Wilhelm und Johanna Schischa im Ghetto Opole

Bild
Das ist ein Foto von meinen Eltern, Wilhelm und Johanna Schischa [geb. Friedmann] im Ghetto Opole im Mai 1941. Mein Vater ist der vierte von rechts und meine Mutter steht in der zweiten Reihe hinter dem kleinen Mädchen. Meine Eltern sehen schon sehr krank aus. Mein Vater hatten den Fotografen des Ortes gebeten Fotos zu machen. Zu dieser Zeit hatte er noch Geld und konnte die Fotos bezahlen und seinen Verwandten nach Wien schicken. Mein Vater schrieb viele Briefe aus Opole nach Wien an meine Tanten Fany Bauer und Berta Ohme, die Schwestern meiner Mutter. Meine Tanten schickten meinen Eltern, die zu dieser Zeit nicht ahnten, dass sie noch ein Jahr, bis zu ihrer Ermordung in den Vernichtungslagern Belzec oder Sobibor, leben durften, viele Pakete mit Lebensmitteln und Kleidung. Mein Vater hatte noch ein wenig Geld und konnte bescheidene Lebensmittel kaufen, aber niemand durfte arbeiten und so wurde alles immer weniger. 12.000 Juden lebten in dem kleinen Ort in Polen und viele mußten in Massenquartieren ohne sanitäre Einrichtungen leben. Dazu kamen natürlich Krankheiten.

Angaben

Interviewee

Lilli Tauber

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