Die Synagoge in Wiener Neustadt

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Das war die Synagoge in Wiener Neustadt. Sie war sehr groß und sehr schön. Sie wurde 1938 in der Progromnacht zerstört. Meine Eltern, Wilhelm und Johanna Schischa [geb. Friedmann], gingen an den hohen Feiertagen: Pessach, Rosch Hashana und Jom Kippur in die Synagoge. Uns Kindern war langweilig und wir haben im Hof gespielt. Es gab einen Notausgang nach oben zur Stiege, da sind wir dann immer rauf und runter gerannt. 1938 wurden alle jüdischen Frauen und Kinder von Wiener Neustadt und Umgebung versammelt und in dieser Synagoge eingesprrt. Die Leute wurden nach Geld und Schmuck durchsucht, was gefunden wurde, wurde ihnen gestohlen. Frau Gerstl, die Mutter meiner Freundin Trude, wollte nicht unterschreiben, dass sie ihr Haus hergibt, da haben sie sie geschlagen, bis sie unterschrieben hat. Ich habe das alles gesehen.

Angaben

Interviewee

Lilli Tauber

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