Regine Medak

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Das ist meine Großmutter mütterlicherseits. Meine Großeltern waren für unsere heutigen Begriffe unvorstellbar arm. Die Wohnung im 18. Bezirk, in der Semperstrasse 59, bestand aus einer Küche und einem Kabinett. Klo und Wasser waren am Gang. In dieser Wohnung lebten sie mit ihren sieben Kindern. Wie das funktionierte, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Meine Großmutter war auch sehr lieb zu mir, aber die Beziehung von Großmutter und Enkelkind war ganz anders als heute. Sie war eine Respektsperson, man widersprach ihr nicht, und sie mischte sich nicht ein. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je ein Problem mit ihr hatte. Zu den hohen Feiertagen lieh sie sich immer den schwarzen Hut meiner Mutter aus. An jedem Feiertag wanderte der Hut von meiner Mutter zu meiner Großmutter.

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Interviewee

Johanna Tausig

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