Buby und Bella Schieber am Grab ihres Vaters in Shargorod

Buby und Bella Schieber am Grab ihres Vaters in Shargorod

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Das bin ich mit meiner Schwester Bella am Grab unseres Vaters in Shargorod. Am 12. Oktober 1941 wurden die Juden aus Kimpolung in Viehwaggons nach Transnistrien deportiert. Damals war Rumänien das Land am Dnestr, die Grenze zwischen Rumänien und Russland war der Dnestr. Das ist ein großer Fluss, der ins Schwarze Meer fließt. Auf der Seite vom Dnestr bis zum Dnepr gibt es noch einen anderen Fluß, der heißt Bug. Das Gebiet zwischen diesen zwei Flüssen, dem Dnestr und dem Bug war in der Verwaltung der Rumänen, weil Rumänien sich den Deutschen im Krieg gegen Russland angeschlossen hatte. Auf diesem Gebiet befand sich das Lager Transnistria. Dorthin wurden die rumänischen Juden deportiert. In Shargorod, einem Dorf, lebten vorher Eintausend Einwohner. Das wurde ein Ghetto, im wahrsten Sinne des Wortes, denn es kamen dann Fünftausend Deportierte dazu. Mein Vater ist, wie die meisten anderen Mitglieder meiner Familie, an Flecktyphus gestorben, aber seelisch war er vorher schon tot. ?Wieso konnten sie mir das antun?? fragte er.
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Interviewee

Siegfried Buby Schieber