Frau Gisela Kocsiss

Frau Gisela Kocsiss

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Das bin ich. Dank meiner Mutter durfte ich 1984 mit meinem Sohn nach Österreich ausreisen. Meine Mutter war bereits mit meinem älteren Sohn Josef , 1978 aus Rumänien nach Wien geflüchtet. Niemand in Österreich erkannte uns als Österreicher an. In Wien waren wir beim Rabbiner, aber so richtig helfen konnte auch er nicht. Die Kultusgemeinde gab meiner Mutter aber Geld, damit sie sich die österreichische Staatsbürgerschaft kaufen konnte. Meine Mutter fand das, was sie sich die ganzen Jahre in Rumänien erträumt hatte, nicht in Wien. Dennoch war sie zufrieden, weil sie wenigstens zum Grab ihrer Eltern gehen konnte und auch ihre letzte Ruhestätte in Wien, ihrer Heimat, finden würde. Die letzten Jahre, sie starb 1994, verbrachte sie im jüdischen Altersheim. Ich besuchte mit meinen Söhnen Josef und Attila den Tempel in der Seitenstettengasse. Ich war nicht regelmäßig im Tempel, nur so ein wenig, weil ich mich nicht aufdrängen wollte. Jeder hat da seinen Sitz, und ich fühlte mich sehr fremd. Bei ESRA war ich auch, weil man mir sagte, dort könne man alles erzählen und es werde einem geholfen. ESRA hat mir auch geholfen.
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Interviewee

Gizella E. Kocsiss