Einwanderungsdokument von Anton Fischer

Einwanderungsdokument von Anton Fischer
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  • Foto aufgenommen in:
    Haifa
    Ländername:
    Palästina
Das ist das Einwanderungspapier, dass mir am 21.August 1944 bei unserem Eintreffen in Palästina in Haifa ausgestellt wurde. Ohne meine Mutter wäre ich nie geflüchtet. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, sie in Budapest zu lassen. Wir haben sehr viel miteinander durchgemacht, flohen mit falschen Papieren nach Bukarest, gingen in Constanza nur durch Zufall nicht auf das Boot, die Mefkure, das eigentlich für uns bestimmt war und dann von einem deutschen Torpedoboot beschossen wurde und von dem sich nur fünf Menschen retten konnten. Unser Boot, die Bulbul, ging im Mittelmeer kaputt, und wir konnten mit unserem defekten Schiff nicht weiter. Nach ungefähr einem Tag wurden wir von kleinen türkischen Booten an Land gebracht. Unser Schiff war ein Wrack und blieb dort. Das türkische Militär geleitete uns zu Fuß bis zur nächsten Eisenbahnstation. Zwei Wochen wanderten wir über Berge und unwegsame Pfade. Mit der Eisenbahn fuhren wir dann über Syrien bis nach Haifa. Es ist gar nicht schön, dass ich mich darüber beschwere, ein schweres Schicksal gehabt zu haben. Zur selben Zeit sind so viele Menschen so schrecklich umgekommen, dass wir direkt von Glück reden können, dass wir in dieser Situation waren. Aber das haben wir damals nicht verstanden.

Interview details

Interviewte(r): Anton Fischer
Interviewt von:
Tanja Eckstein
Monat des Interviews:
Februar
Jahr des Interviews:
2004
Wien, Austria

HAUPTPERSON

Anton Fischer
Geburtsjahr:
1920
Geburtsort:
Budapest
Geburtsland:
Ungarn
Beruf
nach dem 2. Weltkrieg:
Geschäftsmann, Einzelhändler
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