Lucia Hellman als Mädchen

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Auf dem Foto bin ich 17 Jahre alt.

Ich war eine Exotin in der Schule, die einzige Jüdin. Es gab noch Nazi-LehrerInnen, die versucht haben, mich ungerecht zu behandeln, aber dafür waren die Kinder umso netter zu mir.

Sie haben das ungerechte Handeln durch besondere Freundlichkeit kompensiert. Ich war gut in die Klasse integriert.

Neben mir saß die Klassenbeste, ein sehr nettes Mädchen.

Was mir sehr schwer fiel war Orthografie, denn das ist etwas, was man mit den Jahren lernt.

Wenn wir Aufsätze schrieben, war ich immer sehr schnell fertig, und sie hat dann unter der Bank meine Orthographie verbessert.

Nach der Schule bin ich immer nach Haus gelaufen, um zu lernen.

Das war bis zum Schluss so. Und meine Mutter hat mich immer unterstützt, sie hat alle Nachhilfelehrer bezahlt und alles dafür getan, dass ich lernen konnte.

Nach meiner Geschichte gefragt hat niemand, ich habe auch nichts erzählt. Für mich war das abgeschlossen, das war verdrängt, das lag hinter mir.

Ich habe Tag und Nacht gelernt und dann im Alter von 18 Jahren maturiert.

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Interviewee

Lucia Heilman