Irene Bartz

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Das bin ich. Damals war ich ungefähr fünf Jahre.

Ein süsses kleines Mädchen, sehr fein ausstaffiert, eine kleine Prinzessin und schlimm wie der Teufel. Kaum hat meine Nanny den Kopf weggedreht, war ich schon auf irgendeinem Baum.

Ich war ein wahnsinnig bewegliches Kind, am liebsten bin ich auf alle Bäume geklettert. Ich war aber immer sehr elegant angezogen, immer mit Gamaschen und Handschuhen, und ich habe darunter schrecklich gelitten, denn ich wollte laufen wie die Buben.

Eines Tages hat mir die Mutti aus Wien ein Kleidchen gebracht, wahrscheinlich aus dem Geschäft ‚ Süßes Mädel' Kindermoden auf der Rotenturmstrasse. Ich weiß genau, es war rostfarben und hatte drei Franserln mit Quasten.

Es war ein schönes Kleid, und ich musste das immer anziehen, wenn ich mitgenommen wurde. Ich habe das Kleidchen gehasst, die Quasten an den Fransen haben immer so gebimmelt.

Eines Tages habe ich die Schere genommen und die Quasten abgeschnitten, aber natürlich mit dem Stoff.

Der Großpapa hat zu mir gesagt: du bist wirklich ein Schlingel, da nähen wir jetzt Knöpfe an, damit die Mama das nicht sieht.

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Irene Bartz