Ernest Galpert mit seiner Frau Tilda Galpert

Ernest Galpert mit seiner Frau Tilda Galpert

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Das ist ein Foto von meiner Frau Tilda Galpert, geborene Akerman, und mir. Das Foto wurde am 30. April 1947, dem Tag unserer Hochzeit, in Uschhorod gemacht. 1940 arbeitete ich in Herr Rots Papierfabrik, die zu dieser Zeit noch in Betrieb war. Ich wurde ein Mechaniker. In Herr Rots Fabrik lernte ich meine zukünftige Frau Tilda Akerman kennen. Sie wurde zu der Zeit Toby genannt. Tilda und ich waren gleichaltrig. Sie kam aus Mukatschewo. Sie erzählte mir, dass wir zusammen auf die gleiche Grundschule gegangen sind, ich sie aber ignoriert habe. Tilda arbeitete in der Fabrik. Dort gab es auch andere Mädchen. Wenn etwas mit der Gerätschaft schiefging, riefen sie mich, um das Problem zu lösen. Das ist, wie ich Tilda kennenlernte. Wir hatten jüdische Freunde. Tildas Freundin Frieda und mein Freund Voita arbeiteten in der Fabrik. Frieda und Voita hatten vor, wenn der Zweite Weltkrieg vorbei ist, zu heiraten. Tilda und ich verliebten uns auch ineinander. Wenn es keinen Krieg gegeben hätte, hätten wir geheiratet, aber aufgrund des Kriegs wussten wir nicht, was uns geschehen würde. Nach dem Krieg blieb Tilda mit ihrer Schwester in Uschhorod. Sie ging arbeiten. Ich wurde 1947 aus dem Militär entlassen und kam nach Uschhorod. Tilda arbeitete in der Handelsabteilung der Stadt. Als wir uns trafen, trug ich ein verblasstes Soldatenhemd und Soldatenstiefel. Tilda und Serena gaben mir ihre Coupons um Kleidung zu kaufen, da alle Waren gegen Coupons verkauft wurden. Ich arbeitete als Mechaniker in einem kleinen Geschäft. Wir lebten alle in Serenas Wohnung. Sie teilte ihre Möbel und Küchenutensilien mit uns. Ich hatte keinen Ausweis. Ich hatte nur eine militärische Identitätskarte. Tilda und ich lebten zusammen, ohne übers Heiraten zu reden. Am 30. April 1947 entschieden Tilda und ich uns einen Spaziergang zu machen. Es war ein herrlicher Tag. Zu dieser Zeit hatte ich einen Ausweis bekommen. Wir gingen nach draußen und einer von uns sagte: "Lass uns zum Standesamt gehen". Zu dieser Zeit liefen die Dinge einfach ab. Es waren keine Trauzeugen oder weitere Anträge nötig. Wir gingen ins Standesamt, zeigten unsere Dokumente und der Direktor des Standesamts schrieb unsere Namen auf und händigte uns eine Heiratsurkunde aus. Es war wie jeder andere normale Tag auch. Ich kaufte eine Flasche Champagner und Schokolade und lud den Direktor ein auf unser Glück zu trinken. Er gab uns ein paar Gläser und wir öffneten die Flasche Champagner. Dann wurden wir in dem Fotoladen, der im gleichen Haus wie das Standesamt war, fotografiert. Wir gingen nach draußen und Tilda sagte, dass sie zur Arbeit müsse, da ihre Kollegen Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 1. Mai träfen. Meine Kollegen wollten auch eine Feier haben und luden mich ein zu kommen. Also trennten wir uns und jeder ging zu seiner Arbeit. Das war unser Hochzeitstag.
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Interviewee

Ernest Galpert