Jüdische Identitätskarte von Sophie Engler

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Das ist die Identitätskarte meiner Mutter. Nachdem die Deutschen und die Rumänen 1941 die Kontrolle von den Russen in Czernowitz übernommen haben, wurden alle Juden durch die Kultusgemeinde mit Identitätskarten versehen. Zu dieser Zeit war meine Schwester Renée ein Baby und mein Bruder Theo war bereits tot. Ihn haben die Deutschen ermordet. Die Czernowitzer Juden mussten sich dann auf dem Maccabi Platz versammeln und wurden mit Zügen nach Transnistrien deportiert. Jeder nahm das mit, was er tragen konnte: einen Koffer, einen Rucksack. Wir kamen in Berschat an. Wir waren die Einzigen aus unserer Familie, die in Berschat waren, alle anderen waren in Mogilev. In Berschat haben wir sehr beengt in kleinen Häusern gewohnt, aber wir hatten nicht das ganze Haus, wir hatten ein Zimmer bei einer Familie. Es war eine große Misere und meine Schwester war noch sehr klein. Wir mussten arbeiten, um nicht an Hunger zu sterben. Es war eine schreckliche Zeit, man hat auch jeden Tag geglaubt, man wird umgebracht.

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Interviewee

Sylvia Segenreich