Die Geschwister meines Vaters in Matrafüred

Die Geschwister meines Vaters in Matrafüred

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In Gyöngyös gab es kein Gymnasium für Mädchen, nur eins für Jungen. Für Mädchen war es auch nicht möglich, nach der vierten Klasse der Oberschule ins Gymnasium zu kommen, außer man hat eine Differenzprüfung abgelegt. In meiner Klasse gab es nur zwei Mädchen, die ins Gymnasium kamen. Dann gab es noch eine Handelsschule, die noch für ein Mädchen in Frage gekommen wäre, aber so was habe ich nicht gewollt, weil ich ja in Mathematik nie besonders gut war. So blieb mir nichts anderes übrig, als in die Frisörlehre zu gehen. Das hab ich nicht in Gyöngyös gemacht sondern in Mátrafüred. Eine meiner Tanten, Iboly, hatte dort eine Gaststätte, gegenüber der Gaststätte gab es einen Frisörladen, die haben mich als Lehrling aufgenommen. Meinetwegen hat man die Gaststätte geöffnet gehalten. Denn damals war es nicht so, wie heutzutage, dass es das ganze Jahr über Urlauber gibt. Damals waren die Pensionen und Hotels im Winter geschlossen, denn es gab keine Urlauber, dort konnte man nicht Ski fahren, dazu musste man weiter hoch fahren, nach Mátraháza, auf den Kékes-Gipfel oder nach Galyatetö. Zwei Jahre später hat man die Gaststätte zugemacht, denn man hatte sie von der Stadt gemietet. Ich habe dann die Prüfung abgelegt, dann ging ich nach Gyöngyös zurück, um in einem großen Frisörladen zu arbeiten. Dort habe ich bis zum Einmarsch der Deutschen gearbeitet, dann musste man schon den Stern tragen, da konnte man nicht mehr arbeiten, dann wurde in Gyöngyös das Getto gemacht, und da war alles vorbei.
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Interviewee

Vera Stulberger