Das war in der Fichnergasse, in der Schule in Wien, im 13. Bezirk. Ich stehe in der dritten Reihe von oben und bin der Dritte von rechts mit den schwarzen Haaren.
Wir waren in der Klasse 13 jüdische Kinder. Das war ein Drittel der Klasse. Unser Klassenvorstand war Dr. Riedl. Wir nannten ihn immer den 'Vergaser', da er immer 'Oh, ich vergaß,' gesagt hat. Zu der Zeit war die Vaterländische Front sehr stark, die ist mit der heutigen ÖVP [Christlichsoziale Partei] vergleichbar. Der Direktor der Schule ist jeden Tag vor dem Schultor gestanden und hat kontrolliert, ob wir das Abzeichen der Vaterländischen Front tragen. Das war ein Dreieck mit weißen Streifen und einem Blatt drauf. Dieses Abzeichen mussten alle Kinder der Schule tragen, es war unser Schulabzeichen, denn das war ein Christlich-Soziales Gymnasium. Der Sohn von Franz Völker ging mit mir in die Klasse. Franz Völker war ein sehr berühmter Kammersänger in den 1930er-Jahren. Dadurch wurde Franz Völker vom Musiklehrer immer bevorzugt. Ich bin sehr ungern in die Schule gegangen. Ich habe viel gelesen, hab Musik gehört. Die Schule war für mich immer ein Zwangs - und Druckmittel. Ich bin auch damals ungern in die Schule gegangen, da man sehr zeitig dort sein musste. Ich steh auch heute nicht gern früh auf.
Klassenfoto von Herbert Reisner
The Centropa Collection at USHMM
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