Pasostar ando Prastape – Breaking into a Gallop ist ein internationales Austausch- und Bildungsprojekt zum Genozid an den Roma während der NS-Zeit. Das von Centropa (Deutschland) und Terraforming (Serbien) in Zusammenarbeit mit dem Intercultural Institute Timișoara (Rumänien) und dem TENET Center for Social Transformations (Ukraine) entwickelte Projekt unterstützt die Umsetzung der IHRA Recommendations on Teaching and Learning about the Persecution and Genocide of the Roma during the Nazi Era. Ziel ist es, bestehende Lücken in Bildung und Erinnerungskultur sichtbar zu machen und die Empfehlungen der IHRA in konkrete, praxisorientierte Ansätze für Lehrkräfte, Museumspädagog und Mitarbeiter von Gedenkstätten zu übersetzen.
Zwischen April und Oktober 2025 fanden drei internationale Workshops in Wien, Westerbork und Belgrad statt. Insgesamt kamen rund 100 Lehrkräfte, Forschende, Museums- und Gedenkstättenmitarbeiter, politische Entscheidungsträger sowie Vertreter von Roma-, jüdischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen. Im Mittelpunkt standen die anhaltende Marginalisierung und Fehlrepräsentation der Geschichte der Roma in Unterricht, Museen und Erinnerungskultur, die stärkere Einbindung von Roma-Perspektiven sowie die Frage, wie inklusive Formen des Lehrens und Erinnerns konkret umgesetzt werden können. Besondere Bedeutung hatten dabei die gemeinsame Entwicklung von Bildungsangeboten mit Roma-Communities, die Arbeit an historischen Orten als „living classrooms“, lokale Mikrogeschichten sowie digitale und visuelle Formen des Storytellings und von Jugendlichen geleitete Bildungsaktivitäten.
Die Workshops machten zugleich deutlich, dass viele Pädagog weiterhin konkrete Unterstützung benötigen, etwa Fortbildungsangebote, unmittelbar einsetzbare Unterrichtsmaterialien und methodische Hilfestellungen für ortsbezogenes Lernen. Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen der Workshops entwickelt das Projekt daher 2026 und 2027 ein praxisorientiertes Kompendium, das die IHRA-Empfehlungen in konkrete Werkzeuge, Methoden und Handreichungen für die Bildungs- und Erinnerungsarbeit überträgt. Die Publikation wird digital und gedruckt verfügbar sein und durch eine Online-Konferenz sowie gezielte Verbreitungsaktivitäten ergänzt. Zugleich soll das im Projekt entstandene europäische Netzwerk von Schulen, Gedenkstätten, Museen, Expert und Roma-Organisationen langfristig gestärkt werden.