Max Uri -- Wie ich Frieda wiederfand

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Max Uri wuchs in Wien auf und erzählt, wie er sich in Frieda Haber aus Klagenfurt verliebte. Max und Frieda lernten sich in einem jüdischen Sommerlager kennen und trafen sich im darauffolgenden Sommer zufällig an der Adria wieder.

Doch nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 floh Max nach Palästina. Max zweifelte daran, Frieda jemals wiederzusehen - bis er eines Tages eine Straße in Tel Aviv entlangging...

Im August 2009 erlag Max Uri einer langen Krankheit. Das Wiener Centropa-Team und seine Freunde werden ihn sehr vermissen.

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Uri und Frieda lernten sich schon als Kinder im jüdischen Sommerlager in Breitenstein am Semmering kennen. Fotos von damals und heute vom Semmering, einer beliebten Ausflugsgegend für Wiener.

Jedoch brach die Freundschaft zwischen Uri und Frieda ab. In Abazzia sah Max seine große Liebe Frida zum letzten Mal in Europa. Abazzia gehörte einst der K. u. K. Monarchie. Mit dem Ende der Monarchie und am Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Ortschaft 1918 an Italien und dann 1945 an Jugoslawien übergeben. Heute heißt dieser Ort Opatja und liegt in Kroatien. Hier ist eine Sammlung historischer Postkarten von Opatjia zu finden.

 

 

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Im März 1938 wurde Österreich an das Deutsche Reich annektiert.

Der damalige österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg hielt am 11.3.1938 anlässlich des Anschlusses eine Rundfunkansprache an das österreichische Volk, in der er seinen Rücktritt erklärte. Schuschniggs Rede endete mit den berühmten Worten "Gott schütze Österreich". Hier klicken, um das Original-Tondokument zu hören.

Dieses historische Ereignis hatte auch dramatische Folgen für österreichische Juden. 

Auf der Seite des US Holocaust Memorial Museums (USHMM) finden sich Fotografien und Informationen zu diesen geschichtsträchtigen Ereignis.

Auch Archivaufnahmen belegen dieses Ereignis. 

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fand ein gegen die jüdische Bevölkerung gerichtetes Pogrom statt. Dieses Pogrom wurde von Goebbels initiiert, als Vergeltungsmaßnahme für die Ermordung des deutschen Diplomaten Ernst vom Rath in Paris. Hintergrundinformationen zu diesem historischen Ereignis findest Du hier.

In der "Reichspogromnacht" wurden u.a. ein Großteil der Synagogen in Deutschland und Österreich zerstört. Diese Karte des US-amerikanischen Holocaust Memorial Museum (USHMM) zeigt, welche Synagogen in Deutschland während der Novemberpogrome im Jahr 1938 zerstört wurden. Auch diese Fotosammlung zeigt Synagogen in Deutschland und Österreich.

In dieser kurzen Archivaufnahme (2:33 min) ist der Abriss einer Synagoge im Zuge der „Reichskristallnacht" 1938 zu sehen.

In diesem Link der österreichischen Nationalbiliothek kannst Du auch nachlesen, wie österreichische Tageszeitungen über die Reichspogromnacht berichteten.

An der Technischen Universität Darmstadt, Fachgebiet CAD in der Architektur, werden seit 1995 Synagogen, die 1938 in der „Reichskristallnacht" von den Nazis zerstört wurden, am Computer rekonstruiert. Damit soll der kulturelle Verlust aufgezeigt und die historische Bedeutung der Bauwerke in Erinnerung gerufen werden, die Teil deutscher Städte und Straßenbilder waren.

Dieses Projekt wird ergänzt durch ein interaktives öffentliches Synagogen-Internetarchiv, das Informationen zu über 2200 deutschen und österreichischen Synagogen enthält. Benutzer des Internets können weltweit Kommentare, Bilder, Links und Zeitzeugenberichte eigenständig hinzufügen.

Dieser Film erzählt von den für Wiener Juden einschneidenden Ereignissen des Jahres 1938 - Anschluss an das Deutsche Reich im März und Reichspogromnacht im November desselben Jahres. "Hörspuren" ist ein österreichisches Projekt, das sich auf innovative Weise mit der Geschichte und österreichischen Schauplätzen des Jahres 1938 auseinander setzt. Die für den iPod erhältlichen Audio-Guides lassen Geschichte durch räumliche Konfrontation und ZeitzeugInnenberichte unmittelbar erleben - und HörerInnen im buchstäblichen Sinn "mit Geschichte in Beziehung treten".

 

 

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Frieda und ihren Eltern gelang es bereits 1938  nach Palästina zu fliehen.

1939 floh auch Max Uri per Dampfer nach Palästina und lebte die nächsten Jahre in Tel Aviv. In Tel Aviv finden sich noch heute viele beeindruckende Beispiele von Bauhaus-Architektur, die in den 1920er und 30er Jahren in Europa ihre Hochphase erlebte. Das Bauhaus-Museums in Tel Aviv dokumentiert alle dortigen Bauhaus - Gebäude mit Fotos und Biographien der jeweiligen Architekten (in Englisch), die größtenteils aus Europa stammten.

Die Weiße Stadt, wie Tel Aviv noch genannt ist, wurde 1909 von jüdischen Einwanderern gegründet. Viele deutsch-jüdische Architekten mussten 1933 von Deutschland fliehen. Ihr Beitrag zur urbanen Entwicklung Tel Avivs war entscheidend. In diesem kurzen Film (14:49 min) der Serie „Schätze der Welt" des Südwestrundfunks kannst du mehr über Tel Avivs Entstehung und architektonische Entwicklung erfahren. 

Ähnlich wie Max Uri, haben viele Wiener Juden nach Palästina zu fliehen versucht. Nicht alle sind aber den gleichen Weg gegangen und nicht allen gelang die Flucht. Dieser Artikel des Jüdischen Museums Wien beschreibt das Schicksal von rund 1200 Wiener Juden, die mit dem Kladovo Transport Österreich verließen. Nur etwa 200 Jugendlichen gelang die Flucht tatsächlich. 

Anderen jüdischen Flüchtlingen gelang die Flucht durch die "Aaliyah Bet". Ein USHMM-Artikel berichtet über diese illegale Emigration nach Palästina, vor und nach dem Krieg (in englischer Sprache).

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Nach der Heirat in Israel kehrten Max Uri und seine Frau nach Österreich zurück. Seit nunmehr über 50 Jahren leben sie wieder in Wien. Jüdisches Leben ist in Wien seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts stellte Wien eines der großen Zentren jüdischer Kultur in Europa dar. Zur Zeit des Nationalsozialismus in Österreich wurde die jüdische Bevölkerung der Stadt Wien beinahe vollständig vertrieben und im Holocaust ermordet. Nach 1945 kam es zu einem Wiederaufleben von jüdischem Leben in Wien. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien bietet auf ihrer Webseite einen Überblick ihrer Geschichte, und die Stadt Wien informiert über jüdisches Leben in Wien.

Dieser Artikel berichtet über jüdisches Leben in der österreichischen Hauptstadt. Zu diesem Thema gab es auch eine Ausstellung im Wiener Jüdischen Museum, namens "Leben! Juden in Wien nach 1945"

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Max Uri wurde in Wien geboren und hat hier seine Kindheit verbracht.  Er erzählt in diesem Interviewauszug über seine Kindheit

Hier kannst du einen  Bericht von Max Uris Zeit in Israel lesen.

Max Uri berichtet über die Rückkehr seiner Familie nach Österreich.


Hier findest du alle Fotos der Familie Uri.

Alle Freizeitfotos aus Österreich, die Centropas Interviewpartner mit uns geteilt haben.

Sämtliche Bilder aus Centropas Archiven aus Abazzia.


Eine Karte von Wien, wo Max Uri aufwuchs.

Max Uri wurde in Klagenfurt, der Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten geboren.

Dieses Lexikon des Österreichischen Jüdischen Museums in Eisenstadt erläutert gängige jüdische Begriffe von Alef Bet bis Zionismus.

Das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung dokumentierte von 1997 bis 2007 insgesamt 18 jüdische Familiengeschichten des 20. Jahrhunderts, die dann in Buchform im Metropol-Verlag veröffentlicht wurden.

Filmdetails

  • Dauer:
    00:03:00
    Land:
    Österreich

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Film Script

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