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Kurt Brodmann

Robert Landesmann

Meine Mutter [Carla Landesmann, geborene Weinstein] ist aus einem
mährischen Dorf nach Wien gekommen, da war sie siebzehn oder achtzehn. Ihre
Brüder haben beide in Wien an der Universität studiert. In der K&K
Monarchie war es ganz normal, dass ein Deutschsprechender nach Wien
studieren geht, und meine Mutter ist also auch hergekommen. Sie hat
Modistin gelernt und war zuerst mit ihren Brüdern in Wien, bis dann ihre
Eltern aus Strawi nach Wien gekommen sind.
Der eine Bruder [Arthur] hat Welthandel studiert, der ist dann
Bankdirektor geworden. Aber die Bank hat zugemacht, und da seine beiden
Kinder schon im damaligen Palästina gewesen sind, ist er im Jahre 1935 auch
dorthin gegangen.
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Meine Großeltern mütterlicherseits stammen aus einem kleinen Ort in Mähren,
Strawi, sie sind ungefähr im Jahre 1910 nach Wien gekommen, weil ihre
erwachsenen Kinder bereits in Wien waren und hier studiert haben.
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Oskar Rosenstrauch

Meine Frau, Edith Rosenstrauch, geborene Königsberg, kommt aus einer jüdischen koscheren Familie. Ihre Familie kam um die Jahrhundertwende aus Polen nach Wien. Die Reichshauptstadt bot einen höheren Lebensstandard. Es war ja eine Monarchie, man konnte frei hin - und herfahren. Es gab schon eine Eisenbahn, die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, die von Wien nach Krakau und von Krakau nach Wien fuhr. Der Vater meiner Frau war Schneider und hatte einen kleinen Schneidersalon mit einem Lehrling. Ihre Eltern wurden, nach Riga [23] deportiert und mit 40 000 anderen Juden erschossen.
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Die Juden, die aus Böhmen in die Reichshauptstadt kamen, machten Karriere, die armen Juden, die aus Galizien kamen, sind als Juden oder Saujuden in der Öffentlichkeit hängen geblieben. Das war das Widersprüchliche in Wien.
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Max Uri

Mein Großvater war ein kluger Mann und erkannte, dass er in Galizien nicht so erfolgreich sein konnte wie in Wien, und so übersiedelte die Familie 1893 von Glogow nach Wien. Damit ihre Heirat legalisiert wurde, ließen sich meine Großeltern am 7. Oktober 1896 im Wiener Stadttempel der israelitischen Kultusgemeinde, in der Seitenstettengasse, ein zweites Mal trauen. Ihre erste Wohnung befand sich im 1. Bezirk, in der Judengasse Nr. 4. Später zogen sie in die Salvatorgasse 10.
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Marianne Wallisch

Mein Vater Oskar Wallisch wurde 1885 geboren und ist dann immer in das Gymnasium nach Hollabrunn hereingependelt. Nach dem Tod des Großvaters Daniel Wallisch ist Rosa mit den Kindern nach Wien übersiedelt.
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Paul Rona

Meine Eltern haben wahrscheinlich in Kolta geheiratet und sind dann zusammen nach Wien gegangen, weil in Kolta nur Arbeit für eine Familie war - für die Tante mit dem Jenö Kalmar. Alle anderen Geschwister sind nach Wien gegangen. Mein Vater war noch im k. u. k. Militär, während seine Geschwister schon in Wien lebten. Verwandt waren meine Eltern nicht miteinander. Die Orte, in denen sie gelebt haben, liegen ungefähr 80 Kilometer voneinander entfernt. Es ist möglich, dass sie von Kolta aus ein Schadchen, einen jüdischen Heiratsvermittler, hatten.
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Eva Köckeis-Stangl

Und wie Öttchen zwei oder drei Jahre alt war, hat sich die Familie aufgemacht, in der Großstadt Wien ihr Glück zu versuchen.
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Robert Walter Rosner

Meine Eltern kamen 1914, mit Ausbruch des 1. Weltkriegs, nach Wien. Die Bukowina war Frontgebiet, da ist auch die Familie meiner Mutter nach Wien geflüchtet. Meine älteste Schwester, die noch in der Bukowina geboren ist, war zwei Jahre alt und auf der Flucht vor den Russen dabei. Die Flucht war nicht einfach, denn es war Winter und die normale Verbindung war schon gesperrt, da waren schon die Russen. Sie sind nach dem Süden ausgewichen, zuerst mit Pferd und Schlitten und dann über Ungarn nach Wien gekommen. Nach dem Krieg ist ein Teil der Familie wieder nach Radautz zurückgegangen.
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Herbert Wolfgang Reisner

Meine Großeltern väterlicherseits kamen ursprünglich aus der Slowakei nach Wien, die zu der Zeit zu Österreich-Ungarn gehörte.
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