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gabor paneth

I was drafted several times into different forced labor battalions. First I was sent to Felsohangoly, where I spent three months between July and October 1944. At the time I felt that I, and many others, were saved from deportation by being sent to forced labor there. We weren't too badly off there. Of course, there wasn't enough to eat, but sometimes after working at digging ditches, we had nothing to do, so we just hung around. In September I was taken to Kecskemet and soon after to Szolnok. On October 12, I went home to my parents but two days later I was drafted again and taken to Szekesfehervar, 60 kilometers from Budapest. On October 15, the news came that Hungary had broken away from the German alliance. Everybody was sent home from the camp. By the time I got to Budapest, I heard the newsboys shout that the Arrow Cross (Hungarian Fascists) had taken power. I crept home and found my mother and aunt there. My father had already been taken to a collection center in Budapest. I went to the Swiss embassy where I found a huge line. I was standing around looking at this queue when suddenly the door opened and an acquaintance of mine came out. When he saw me, he shoved me in through the door. I found myself inside at the head of the queue. The embassy gave me four false Schutzpasses, protection letters, and those enabled us to survive. I went and got my father out of the collection center with one pass, and we all moved from our house, which was then a yellow-star house, into a protected house. Later, in January, we had to move into the ghetto. We were there until the liberation.
See text in interview

Albert Eskenazi

In the meantime, my uncle came from Derventa. He had done so much for the
economic development of Derventa and the region that he received Aryan
rights. It was the rare Jew who was rewarded for his involvement in
Croatian causes, culture, architecture. The Aryan rights would protect
them, or at least they believed these would protect them. However, my uncle
along with his entire family was captured, put on a train and taken to
Zagreb. At the Zagreb station, they waited to be sent someplace else. We
raced to the station to see them. Then something unexplainable happened -
they were sent back to Derventa, and it was clear to my uncle that they
must flee before they came for him again. They came to Zagreb. They hid in
our apartment while they prepared papers to flee. The destinations were
between Mostar and Split, because the Italians were there. Their papers
arrived and luckily they arrived in Split. My uncle's Croatian assistant
from the store followed them to Split to make sure that they arrived
safely. His name was Marko Covic. Indeed, they did arrive safely.
See text in interview

Bruno Bittmann

Am 5. Juli 1941 besetzten die deutschen Truppen Czernowitz. Meine Bar Mitzwa war in dieser schrecklichen Zeit. Sie fand im Tempel statt, es gab eine kurze Ansprache, ich musste mein Gebet sagen, dann war die Sache erledigt. Alle Juden aus Czernowitz mussten ins Ghetto.

Das Ghetto waren praktisch ein paar Straßen in Czernowitz, die abgeriegelt wurden. Wir hatten Glück, weil meine Mutter war eine sehr philanthropische Person war. Auf der Seite, wo das Ghetto eingerichtet wurde, lebte eine Dame mit drei oder vier Kindern, deren Mann gestorben war.

Sie besaß ein kleines Lebensmittelgeschäft. Um ihr in ihrer schlechten finanziellen Situation behilflich zu sein, ging meine Mutter immer den weiten Weg mit mir, um dort einzukaufen. Die Wohnung dieser Frau lag nun direkt im entstandenen Ghetto, und wir durften bei ihr wohnen. Acht oder neun Leute waren wir in einer kleinen Kellerwohnung, aber anderen ging es schlechter.

Während des Krieges, als die Deutschen da waren, übernahm zuerst Chile und dann die Schweiz den Schutz der polnischen Staatsbürger, wir standen plötzlich unter ihrer Obhut. Wir bekamen einen Zettel mit einem großen Stempel der chilenischen Botschaft, durften das Ghetto verlassen und wieder nach Hause gehen.

Der Zettel wurde dann an unserer Tür befestigt. Die Deutschen hielten sich wirklich daran, denn nach außen hin wollten sie immer das freundliche Gesicht zeigen. Dieser Zettel an der Wohnungstür rettete unser Leben. Dadurch wurden wir nicht, wie die meisten Juden aus der Bukowina, nach Transnistrien [13] deportiert. Viele verloren in Transnistrien unter den unmenschlichen Bedingungen ihr Leben.

Wir durften nur zu bestimmten Zeiten auf die Strasse, und eine Begebenheit habe ich bis zum heutigen Tag nicht vergessen. Wir mussten einen gelben Stern tragen und die Buben, ich war nicht das einzige Kind, dass so lebte, befestigten den gelben Stern an einer Schnur und zogen ihn herauf oder herunter, wie es gerade passte.

Auf diese Art und Weise konnten wir auch mal ins Kino gehen. Einmal kam plötzlich ein schwarzer Opel Kapitän und blieb direkt neben mir stehen. In dem Moment ließ ich den Stern herunter, weil ich wusste, ich muss Farbe bekennen, denn sie sehen sowieso, dass ich jüdisch bin.

Es stieg ein Offizier in schwarzer SS Uniform mit dem Totenkopf aus dem Auto und sagte zu mir: 'Einsteigen!' Ich stieg hinten ein und dachte, jetzt müsste ich mich von meiner Familie für immer verabschieden. Sicherheitshalber behielt ich die Hand am Türgriff, damit ich vielleicht doch hinausspringen kann.

Der SS Offizier fragte mich nach einer Adresse, die in der Mitte der Stadt lag. Ich dachte, dass sei nur eine Ausrede. Ich zeigte ihm den Weg, die fuhren genauso, wie ich es ihnen sagte. Es waren drei SS Leute, der Chauffeur und zwei Offiziere.

Sie blieben bei der Adresse stehen, der Offizier stieg vorn aus, öffnete mir, dem Juden, die Tür, zog noch die Hand nach hinten, und ich dachte, jetzt nimmt er die Pistole und wird mich erschießen. Aber nein, er zog nur sein Portmonee raus und wollte mir ein Trinkgeld geben.

Daraufhin habe ich gesagt: 'Nein danke, ich nehme nichts!' Er salutierte, setzte sich ins Auto, und die fuhren weg. Ich stand da und dachte, ich hätte geträumt. Es waren nicht alles Schweine! Da lernte ich, man muss unterscheiden, es gibt so´ ne und solche.

Wie das mit dem Einkaufen funktionierte, weiß ich nicht. Aber ich handelte mit Seife und mit Schirmen, die mir Leute gaben und die ich verkaufte. Zu welchen Konditionen, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich reparierte auch Feuerzeuge und Füllfederhalter. Das konnte ich, weil ich in der Volksschulzeit nach der Schule oft auf meine Mutter warten musste, die mich abholte, und ich wartete immer auf einem kleinen Platz, auf dem unter anderem ein Mann stand, der Feuerzeuge und Füllfederhalter reparierte und dem ich immer ganz genau zuschaute.

Auch Freunde hatte ich in dieser Zeit. Mit einem Freund ging ich schon gemeinsam in die Volksschule, der hieß Adolf Hitler. Im Jahre 1951 traf ich ihn als Stuart auf dem Schiff, mit dem ich nach Israel fuhr und ich sagte zu ihm: 'Hitler, wie geht es dir?' 'Pscht, Pscht', sagte er erschreckt. Später änderte er seinen Namen.
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Peter Reisz

My mother, my aunt, my grandmother, my parents and I all ended up in a yellow-star house.  My mother, together with my aunt, was driven out of the yellow-star house to the brick works in Obuda.  From there they walked to the Austrian-Hungarian border.  At the border, a Christian priest told them that anyone waiting for a Schutzpass should stand aside.  They stood to one side, and were brought back to Budapest by train, ending up in a yellow-star house, from where they were liberated.

One day, my father showed up in the yellow-star house.  He was dressed as a peasant, had grown a mustache, was wearing a peasant jacket, and told me to call him Uncle Jozsi, and to stay 10-15 meters behind him.  That’s how he got me on foot to somewhere near Nyugati Train Station, into a protected house.  From there, I ended up in the ghetto, and that’s where the Russians found me with my maternal grandmother, when they came and liberated us.
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Marianne Wallisch

Im Sommer 1944 nach dem Hitlerattentat, haben die ungarischen Pfeikreuzler, den Reichsverweser Horty gestürzt und ihr grausames Regime begonnen. Diese waren viel ärger und brutaler als die Deutschen vorher. Da haben dann auch die Deportationen im großen Stil begonnen. Viele wurden erst ein Mal in einer Ziegelfabrik gesammelt.

Mein Vater ist mit unseren Deutschen Pässen mit dem großen „J“ drinnen immer irgendwie durchgeschlüpft. Aber trotzdem konnten wir in dem Judenhaus nicht weiterbleiben. Ich wurde noch griechisch-orthodox getauft, weil wir geglaubt haben das könnte helfen und bei den orthodoxen ging es am einfachsten. Hat auch nicht viel genutzt.

Eine unserer Mitbewohnerinnen eine Ärztin hat uns Schwedische Schutzpässe besorgt. Und so konnten wir in ein schwedisch geschütztes Haus gehen. Dort waren wir 10 Familien in einer Drei-Zimmer-Wohnung und frühere Angestellte meines Vaters haben uns mit Essen versorgt.
Wir mussten dann in ein anderes schwedisch geschütztes Haus übersiedeln. Dort bekamen wir eine kleine Garcioniere für uns alleine, was natürlich ein Hit war.
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