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anna schwartzman

The Maccabi girls marched in the parade with their own orchestra. The entire town came to watch us. Perhaps it only seemed so to me, but we marched beautifully, and our orchestra was exceptional.
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Leon Glazer

Various Jewish parties were active in Bielsko. As far as I remember, there were Akiba [11], Hanoar Hatzioni [12], Betar [13], Poalei Zion [14]. I remember there being a Betar rally on the playing field a little way outside the town. They came from all over Poland. Afterwards they marched down one street, and another, and with those sticks, too. But I don't know what the sticks were for, they just waved them around. I went there then, just to go, as an observer.

The Betar members were almost entirely in uniform, I happen to remember that there were those uniforms - I don't remember the color, but perhaps brown? [They were indeed brown, a color that was meant to symbolize the color of the Palestinian earth.] Something like that. It was a kind of paramilitary organization. Perhaps they were training there, meaning - I don't know - the liberation of Palestine, something like that was definitely going on. Some of them, I think, went into the army [joined the Polish Armed Forces]. In our organization - because I belonged to Hanoar Hatzioni - they used to say that it was a Jewish fascist organization.

I belonged to Hanoar Hatzioni from the beginning of school. It's hard to say what attracted me to that organization. I suppose it was some youthful fad. Sport, among other things. I was a good table tennis player and I often played in our organization's club room. Hanoar Hatzioni meetings, talks and events were also held in that club room. We wore these green uniforms.

I also remember agitating for emigration to Palestine. I thought about perhaps going to Palestine inasmuch as that was how they taught us then in Hanoar Hatzioni, in the Zionist spirit, and prepared us for the possibility of going there. But I hadn't thought about it seriously then, because I wasn't aware enough. I was still young, at gymnasium. Anyway, it was unrealistic in those years, because you had to have lots of money for the trip. It wasn't for free.
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Edith Landesmann

In Teplitz hatten sich wieder einige Juden niedergelassen, und alle besuchten uns, um Auskunft über Palästina zu bekommen. Denn sie wussten, dass sie in diesem Land nicht lange bleiben werden. Da wir nun schon in der Tschechoslowakei waren, fuhren wir auch nach Brünn, denn ich wusste, dass zwei meiner Tanten, die mit Nichtjuden verheiratet waren, den Krieg überlebt hatten. Mit Herzklopfen lief ich die Treppe zu meiner Lieblingstante hinauf, wir umarmten und küssten uns, weinten und lachten! Ich traf auch zwei meiner Mitschüler (aus einer Klasse von 32), die nach Brünn zurückgekommen waren. Die Stadt war sehr zerstört, viele leere Plätze, wo früher Häuser standen, und ich erinnerte mich immer wieder ....da wohnte...da lebte... Ich hatte eine Adresse eines Untermieters meiner Tante Rosa, der Schwester meiner Mutter, zu dem ich ging, um zu fragen, was mit meiner Familie geschehen war. Als ich seine Wohnung betrat, sah ich als erstes einen Teppich, den meine Mutter geknüpft hatte. Das Zimmer, in das er mich führte, war zur Gänze mit Möbel meiner Tante möbliert. Er bat mich, Platz zu nehmen und kam nach einer Weile mit einem fest verschlossenem Topf, den wir gemeinsam öffneten. Er hatte diesen Topf die ganzen Jahre unter den Kohlen versteckt gehabt, zusammen mit einer silbernen Zigarettendose, die bei uns immer auf dem Tisch gestanden war. Im Topf waren Liebesbriefe meines Großvaters an meine Großmutter und Gedichte, die er für sie geschrieben hatte. Leider habe ich diese nicht mitgenommen, da ich annahm, dass sich meine Mutter zu viel aufregen würde, und das wollte ich ihr ersparen. In der Zigarettendose waren verschiedene Schmuckstücke meiner Großmutter, Tanten und sogar mein kleiner Ring, der mir bei unserer Ausreise abgenommen worden war! Der Mann erzählte mir, dass er meinen Großeltern geholfen hatte einzupacken, als man sie angeblich in ein Altersheim verschickte. Sie wurden in Autobusse verfrachtet, die nirgends ankamen. Die Abgase wurden einfach in das Innere des Busses geleitet! Von den anderen Familienmitgliedern wusste er nur, dass sie verschickt wurden, wie alle Juden Brünns. Nur wenige kamen zurück. Es war ein trauriger Aufenthalt. Es gab damals einen Bus von Brünn nach Wien, und ich fragte Bobby, ob er nicht Wien wieder sehen möchte; er aber sagte, Wien sehe ihn nie wieder! (Wie wir uns irrten!)
Unsere Rückreise nach Paris traten wir in versiegelten Luxuswaggons quer durch das zerbombte und zerstörte Deutschland an. In Palästina kamen wir irgendwann im Juni an. Meine Eltern erwarteten uns am Pier, ich war glücklich, ich war wieder zu Hause!

Das war im Juni 1947. Der Kampf um die Selbständigkeit Israels war im vollem Gange, und natürlich nahmen Bobby und ich unsere Aktivität in der Hagana [der geheimen jüdischen Armee] wieder auf. Wir wohnten in Untermiete bei meinem Onkel Alfred, der im Krieg mit der "Patria" nach Palästina kam. Die Patria war ein illegales Einwanderer Schiff, dass schon im englischen Hoheitsgebiet von den Engländern aufgebracht und in den Hafen von Haifa dirigiert worden war, um von dort wieder in die Hölle Europas zurückgesandt zu werden! Das wäre natürlich ein Todesurteil für alle Passagiere gewesen, und so beschloss die Hagana, das Schiff in die Luft zu sprengen, denn als Schiffbrüchige müsste man sie aufnehmen! Leider kamen bei der Explosion , die zu stark ausgefallen war, viele Menschen ums Leben. Diejenigen, die sich retten konnten, wurden in das Lager in Athlit gebracht, wo sie ca. ein Jahr verbringen mussten. Mein Onkel war also unter den Überlebenden.  Er war ohne seiner Familie auf dem Schiff, denn seine Frau und sein 10-jähriger Sohn wollten die Strapazen einer illegalen Auswanderung nicht auf sich nehmen. Wie wir später erfuhren, wurden sie in Auschwitz ermordet!

Als ich das erste Mal eine Gruppe nach Auschwitz begleitet habe, ging ich in den tschechischen Pavillon. Da lag ein aufgeschlagenes Buch, und auf dieser Seite waren die Geschehnisse eines Tages registriert . Es waren an jenem Tag so und so viele Menschen angekommen, alle mit Namen registriert, darunter so viele Kinder; und da war auch der Name meines Cousins Wilhelm Stiassny, mit dem Vermerk, dass er noch am selben Tag in die Gaskammer geschickt wurde, denn er war erst 11 Jahre, zu klein um als Arbeitskraft am Leben zu bleiben.

Mein Onkel heiratete später eine jüngere Frau und wohnte in einem kleinen Häuschen in Ramat-Gan, wo auch wir eine Zeitlang wohnten. Bobby arbeitete in einem Versicherungsbüro, und ich hatte nur den Haushalt zu versorgen, was mich natürlich nicht sehr ausfüllte.
Im November war die Abstimmung in der UNO über die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina. Wir alle saßen an diesem Abend an den Radioapparaten und zählten mit klopfenden Herzen jede Stimme, die „JA“ sagte. Als das Resultat „positiv“ verkündet wurde, stürzten alle aus den Häusern. Man tanzte auf der Gasse, die Gastwirte schenkten gratis Getränke aus, und Mütter kamen mit Selbstgebackenem aus den Wohnungen, und alle jubelten!

Am nächsten Tag fing die Rekrutierung an. Wir wussten, ohne Kampf würde uns nichts geschenkt werden.  Ich arbeitete eine Zeit lang im Rekrutierungsbüro in Ramat-Gan. Bobby war „in charge“ für die noch geheime Kartei der Hagana in unserem Gebiet. Die Listen waren in Schuhschachteln in unserem Bett versteckt! Es meldeten sich alle jungen und nicht so jungen Burschen und Mädchen, und als dann der 15. Mai kam, der Tag der offiziellen  Deklaration des Judenstaates, hatten wir eine wirkliche Armee! Ich ging nahtlos zur regulären Armee , mit unserer Kartei unterm Arm, direkt ins Hauptquartier, das sich auch in Ramat-Gan befand. Am 14. Mai 1948 feierten wir Bobbys Geburtstag und die Geburt unseres Staates.

Am 15. morgens hörten wir Flugzeuggeräusch, wir liefen auf das Dach, um besser zu sehen. "Unsere Flieger!!!", dachten wir, aber es waren schon die Araber. Sie kamen im Tiefflug mit ratternden Maschinengewehren. Wir bekamen einige Einschüsse direkt hinter uns in die Wand! So fing also unser junger Staat an. Es waren viele ungleiche Kämpfe, denn die Engländer hinterließen ihre Munitionslager zum großen Teil den Arabern, wohingegen die Juden bis zum letzten Augenblick die Waffen auf illegalem Wegen kaufen mussten. Ich arbeitete also im Hauptquartier "Matkal" und musste herausfinden, who’s who in unserer neuen Armee, denn die meisten späteren Offiziere hatten in der Hagana zwei bis drei falsche Namen und Adressen. Langsam kam in dieses Chaos Ordnung. Wir bekamen Lohnbücher, wo Rang und Name eingetragen waren und sogar Gehalt. Ich saß im Büro, obwohl ich Büroarbeit haßte, mit allen hohen Offizieren und späteren Generalstabschefs gemeinsam. Auch Ben Gurions Büro war gleich nebenan.

In der Zwischenzeit merkte ich, dass ich schwanger bin! Wir haben uns sehr gefreut, und ich bemühte mich, eine Befreiung vom Militärdienst zu bekommen! Als ich aber mit meinem vorgesetzten Offizier sprach, lachte er nur und sagte, heute komme man nur weg vom Militär, wenn man mit dem Kopf unter dem Arm daher käme! Es tobten die schwersten Kämpfe, und es ging um die Existenz des neuen Staates. Ich blieb also bis zum achten Monat meiner Schwangerschaft, nahm 16 Kilo zu und war breiter als länger. Ich litt sehr unter Übelkeit, und die Küchengerüche waren fürchterlich! Drei bis vier Mal lief ich durch den langen Korridor bis zum Parkplatz und dort bis zu Ben-Gurions Auto. Der Fahrer war nicht glücklich! Wenn mir besonders schlecht war, trank ich in der Kantine einen Wermut. Meine Offiziere hatten schon den Verdacht, ich sei Alkoholikerin. Ende Februar fuhr ich kurz entschlossen nach Tel-Haschomer, wo das Personalbüro war, und erklärte dort, dass ich in meinem Zustand eine Schande für die junge Armee wäre. Irgendjemand hat das eingesehen. Es gab noch keine Entlassungsmodalitäten, und so gab ich nur meine Schuhe und den Stahlhelm ab, und war wieder Zivilperson. Noch im letzten Moment, denn 14 Tage drauf, am im Jahre 1949, kam Uriel zur Welt. Den Namen haben wir einem Gedicht der Dichterin Rahel entnommen: Hätte ich ein Kind, einen kleinen Sohn , würde ich ihn URI nennen, ich würde seine kleine Hand in meiner halten, durch den Garten gehen und ihn URI rufen....

Wie es sich gehört, haben wir am achten Tag den Brith gefeiert. Es kamen alle Offiziere des Hauptquartiers und sogar mein Bruder aus dem belagerten Jerusalem. Es gab keinen Zucker und kein Mehl, aber zu diesem Anlass bekam man Sonderrationen. Nach der Beschneidung brachte man mir das Kind, er hatte das Kapperl schief an, darauf einen Weinfleck und Schluckauf. Der kleine Mann hatte einen Schwips!! Nächsten Tag ging ich mit dem neuen Israeli nach Hause und zeigte ihm von unserem Hochsitz ganz Ramat-Gan. Wir wohnten im höchst gelegenen Haus von Ramat-Gan.
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Ich ging also wie immer morgens zu Arbeit, hatte aber mit meiner Freundin verabredet, sie zu Mittag, am Autobusbahnhof zu treffen. Als ich dort ankam, waren Ruth und noch einige unserer Kameraden dort und waren außer sich, denn am Bahnsteig standen meine Eltern! Sie hatten Ruth angerufen und gefragt, wann und wo wir uns treffen wollten, sie würden mir etwas nachbringen. Ruth sagte ihnen eine Stunde später, als wir verabredet waren, doch die Eltern ließen sich nicht täuschen und waren schon da, als ich ankam. Man versteckte mich hinter einem Stapel Orangenkisten. Meine Freunde und ich berieten, wie es weitergehen sollte.

Ruth und ich beschlossen mit einem arabischen Bus, erstmal in den Kibbuz unseres "Madrichs" [Führers] zu fahren. Dort wurden wir sehr schön aufgenommen, und als Mädchen mit Pioniergeist, die bereit waren für ihre Ideale zu kämpfen, gefeiert! Nach einigen Tagen fuhren wir dann in "unseren" Kibbuz, Ramat-David. Es war Herbst, und wir wohnten in Hütten aus Stroh, unsere Betten waren Strohballen, darauf strohgefüllte Säcke, außerdem hatten wir noch eine Orangenkiste für unsere spärlichen Privatsachen. Wir arbeiteten jeden Tag woanders. Mal im Apfelhain (da konnten wir sogar Äpfel essen!), mal in der Küche Geschirr waschen für 160 Personen! Aber das war nicht so arg, denn es gab nur einen Teller pro Person. Erst die Fleischspeise, Beilagen waren am Tisch,  meist ein Getreide, das Burgul hieß, Tomaten, Gurken u.s.w. Dann konnte man sich aus einer großen Schüssel Suppe nehmen - Kartoffel gab es damals in Palästina kaum. Wir hungerten also nicht, aber manchmal hätten wir gerne etwas Abwechslung gehabt! Wir waren 16 Jugendliche, die beschlossen hatten, unser Leben gemeinsam nach unseren Idealen zu leben. Abends saßen wir oft stundenlang zusammen, diskutierten, sangen romantische Lieder, oder hörten Vorträge im Speisesaal des Kibbuz.

Draußen in Europa wütete der Krieg. Millionen Menschen wurden umgebracht, aber davon ahnten wir noch nichts. Nach einigen Wochen kam Ruths Vater, um uns abzuholen. Ruth kehrte mit ihm nach Tel-Aviv zurück, aber ich blieb. Ich besaß nur die eine Hose und ein Hemd, in dem ich von zu Hause weggegangen war, aber jede Woche bekam jeder von uns frische Wäsche. Eine Garnitur für die Arbeit und eine für Schabbat und den Abend.

Eines Tages kam ein großer Wind und zerstörte unsere Sukkah. So wurden wir einfach in den aufgelassenen Hühnerstall übersiedelt. Der hatte ein schräges Dach, und an der anderen Seite sollte er Glasfenster haben. Leider waren alle Fenster zerbrochen. Es war Winter, nass und feucht. Wenn es regnete, tropfte es genau auf mein Bett. Ich hatte eine eitrige Angina nach der anderen. Immer, wenn mich mein Bruder  besuchen kam, (er war inzwischen Gafir [Hilfspolizist] und im nahe gelegenen Akko stationiert), war ich krank. Natürlich berichtete er es gleich zu Hause, und die armen Eltern waren noch unglücklicher. Aber ich hatte noch immer Spaß an meinem Pionierleben und das Bewusstsein, etwas Nützliches zu tun, gab mir Befriedigung. Wir waren nur 15 Jugendliche, und das war zu wenig, um einen Garin - einen Grundstock für eine neue Kwutzah - zu bilden. So gingen wir auf die Suche nach einer zu uns passenden Gruppe. Ein Junge und ich gingen auf "Brautschau"!
Wir fanden  eine Gruppe aus Deutschland. Außer mir, waren in meiner Gruppe lauter Sabres, aber es ging gut. Sie kamen, 14 an der Zahl, zu uns nach Ramat-David, und wir hofften, eine neue Siedlung am Golf von Akkaba zu starten. Das war aber nur eine Utopie. Ich wollte nicht nur "Frauenarbeit" machen im Kleidermagazin und bei den Kindern und ging in den Schafstall, wo gerade die jungen Lämmer zur Welt kamen. Ich lernte melken und Schafskäse machen, der dann an die Genossenschaft abgeliefert wurde. Es war eine verantwortliche Arbeit mit nur einem Fehler; ich musste um 4 Uhr Früh aufstehen! Das Gute war, ich konnte mir meine Arbeitszeit einteilen. So hatte ich Zeit zum Lesen, Spazieren u.s.w, außerdem waren wir in der Hagana engagiert, das war die illegale jüdische Armee, und nachdem ich zwei Kurse absolviert hatte,  wurde ich Befehlshaber einer Gruppe von zehn Mädchen. Wir übten mit alten italienischen Gewehren, Handgranaten und Pistolen. Juden war es unter Todesstrafe verboten, Waffen zu besitzen. Einmal erwischte mich fast ein Engländer, als ich mit dem Gewehr von den Übungen kam. Ich stellte die Waffe weg, lächelte ihn an, und nichts geschah! Nur mein Herz blieb für einen Augenblick stehen!

Am 5. Jänner 1942 war mein 16. Geburtstag. Ich war ganz allein auf dem Feld und sollte Rüben ausreißen, der ganze Emek Jezreel lag vor mir. Ich sang aus voller Lunge gegen den Wind, als ein Chaver angeritten kam und sagte, ich hätte Besuch. Ich war sehr verwundert, denn bis dahin kam mich außer meinem Bruder niemand besuchen. Ich stieg also auf das Maultier, kam zum Speisesaal und guckte hinein. Dort saß meine Mutter im Persianer Mantel mit Hut und Schleier!!

Ich war sehr gerührt. Ich machte mich so gut es ging zurecht, mit meinen geflickten Arbeitskleidern und zerzausten Haaren ging ich fröhlich hinein. Zu meiner Verwunderung hatte meine Mutter Tränen in den Augen! Ich wollte ihr unbedingt zeigen, wie gut es mir geht, reichte ihr ein Messer ganz für sie alleine und erbat mir zwei extra Teller und sogar als Nachtisch die Vegetarier Speise. Aber meine Mutter war nicht beeindruckt. Am Nachmittag fuhren wir in die nächste Stadt, Afulah. Das war auch ein Flop, da die Stadt nur aus einer Straße bestand. Also besprachen wir, uns am nächsten Tag in Haifa zu treffen. Ich machte Nachtdienst, damit ich den ganzen Tag mit meiner Mutter zusammen bleiben konnte und fuhr mit dem Milchwagen nach Haifa. Ich kam mir den ganzen Tag vor, wie Alice im Wunderland! Auf die Idee, nach Hause zurückzugehen, wäre ich nicht gekommen. Ich war trotz allem sehr glücklich, und auch heute bin ich froh, dieses Jahr im Kibbuz erlebt zu haben!
Es kam der wunderschöne Frühling. Das ganze Tal war ein großer Blumengarten. Wir machten viele Ausflüge, und so lernte ich einen großen Teil des Landes kennen und lieben. Doch in unserer Gruppe kriselte es. Langsam verließ einer nach dem anderen aus verschiedenen Gründen die Kwutzah.

Als der Sommer kam, fuhren die meisten auf Urlaub nach Hause, und ich wusste, die meisten würden auch dort bleiben. Auch mir ging es nicht besser, und als meine Eltern mir versprachen, ich könnte nach Jerusalem auf die Bezalel Schule  -eine Kunstakademie - gehen, war mein Traum des Kibbuzlebens aus. Aus dem Plan die Bezalel Schule zu besuchen, wurde nichts. Es war zu teuer, und wahrscheinlich hätte ich auch nicht genug Talent gehabt, so blieb ich in Ramat-Gan, ging wieder zu einer Schneiderin arbeiten. Es war vielleicht die traurigste Zeit in meinem Leben! Mein Ideal war weg, ich hatte keine Freunde und keine Gesellschaft und war irgendwie aus meinem Weg herausgeschleudert.

Ich übernahm meine Pflichten in der Hagana, denn der Krieg gegen die Nazis ging zu Ende, aber der Krieg gegen die Engländer spitzte sich zu. Denn nun hieß es für ein eigenes Land in Palästina zu kämpfen! Ich nahm wieder meine Freundschaft mit Ruth Ehrlich auf, und mein Bruder erbarmte sich meiner, damit ich nicht immer alleine zu Hause säße und stellte mir seinen neuen Freund vor. Er hieß Robert Meir Landesmann [geboren am 15.05.1920 in Wien]. Man nannte ihn Bobby. Er war mit einem illegalen Transport nach Palästina gekommen.
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Perle Liya Epshteyn

It is not known to me whether when being a student Father was a member of any Zionist organization, but he was a convinced Zionist [16]. Father contributed money as an aid to Palestine, and in 1933, Father, the husband of his sister Berta, and his relative David Gofstein went to help build Palestine for three years. It was not a duty or an order. Father thought it was a matter of honor to help Palestine. Jews from all over the world built Tel Aviv. Father, Roubinovich and Gofstein also took part in its construction, though by that time they were good experts in their field and respectable married men.
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