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Lily Arouch

In Thessalonica there were two different views among the Jews: one of the two groups believed that everyone should leave and go to Palestine; they were called the Zionist movement. The others held the view that they should try and be incorporated in the society they were living in. My father supported the second view; he thought efforts should be made to assimilate with the Greek society.

My parents' friends were all Jewish and had similar views. They would talk to my mothers' sister and her husband, with my father's sisters and their husbands and other friends, but they were all Jewish. They would come over or go out probably to other people's houses or somewhere outside to sit and chat.
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Nachman Elencwajg

As for the 1968 events [21], I didn't feel anything on my own skin because I worked at a cooperative that was officially Jewish. So it would have been strange if they fired Jews [for being Jews]. But I remember that at Polmoda, which was a Polish cooperative, they fired even the ordinary tailors.
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leon solowiejczyk

At a meeting, a kind of general rally at the unit, they formed a committee, this was already in 1968 [30], and you had to speak in front of the committee. They summoned me and asked me what I thought about what was happening in Israel. So I said, 'I agree with the resolution of the United Nations.' [Editor's note: The decision about the forming of the state of Israel was made by the General Assembly of the United Nations, in November 1947. The decision was made to create two states: a 'completely Jewish one' and a 'completely Arab one,' as the option which would have the highest chances of success.] I didn't say anything more. But it was hard for me. I would have liked to say that there were my relatives there and that I supported them and didn't care about you, but I wouldn't have dared.

Many of my acquaintances left then, in 1968. This friend of mine, from school, he was an officer and he lived in Warsaw. He didn't have to leave, he had a good military pension, but his two daughters, students, signed up to leave. And his wife too. So he left with them. Many people from Lodz left too. When it comes to me, everyone, all my Polish friends, knew I was a Jew, but nobody spoke out against me. If someone was such a huge enemy, I wouldn't want to have anything to do with him. And there were many who tried to help me. There was no inappropriate behavior.
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Leon Glazer

Anyway, they threw him out first. They put him through the mill all day, because apparently he'd said something like this: 'Israel's army has won the Arabs,' or something like that. And that was just humiliating. What, praise Israel like that at that time? You couldn't do that in the army, not only in the army, but above all in the army. Praise Israel - you couldn't. You had to condemn Israel, that Israel was aggressive, that it had attacked the Arab states. That was the theory. And intelligence found out what he'd said. And Koropkow was thrown out of both the party and the army disciplinarily in the end.

Jews were dismissed from the army on disciplinary grounds for being enemies. They became enemies because they spoke approvingly of Israel. I remember, I think there was some talk that they'd returned it to him - I mean not his membership of the party, just his full pension. He'd had an important post, colonel. By then the pension was high. As far as I know, later they changed everyone's disciplinary dismissal to normal dismissal. I mean Jaruzelski [50] did, apparently, but I don't believe it.

And I remember one more, Jolson, his name was. A regular Jew. He was an intelligence officer. Mind you, their intelligence often involved one suspecting another and one informing on another. Yes, so much so that I didn't really want to have much to do with him. My contacts with him were just official. We didn't really see eye to eye. But in general we knew that we were Jews. He and I. I don't know where he ended up after his dismissal, but a few years later we met by chance in Zamosc, where I was working in a clothing factory. He came to our factory from the Silk Industry Union on an inspection, from Lodz, I think.

In workplaces there were these posts for military affairs, and I think he was in one of those posts. They were in charge of civil defense, training, stuff like that. And he told me a bit about how they'd gathered material on me. I found out that I'd wanted to go to Israel. It was only afterwards that he could talk to me about that, because when he'd been in the army he hadn't told me. But he met the same fate as me, because they dismissed him at the same time.
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Alice Granierer

In Palästina waren zu dieser Zeit viele Unruhen zwischen den Engländern und jüdischen Organisationen, wie der Haganah [7]. Es gab sehr oft Curfew, Ausgehsperre. Da konnten wir oft nicht aus der Wohnung heraus.

Wenn die Engländer mit den Lastwagen gekommen sind und gerufen haben: Curfew from 2 o´clock till 5 o´clock, haben alle Geschäfte sperren müssen. Eine Stunde war Zeit, dann musste jeder nach Hause gehen, Geschäft gesperrt, keine Schule, gar nichts, da war eben Curfew, also Ausgangsverbot, und das war sehr, sehr unangenehm.

Einmal schrie einer vom Lastwagen: 'Ausgehverbot! In einer Stunde hat jeder zu Hause zu sein.' Wir hatten draußen auf dem Platz gespielt, und ein Mädel hat sich den Fuß verknackst.

Alle sind nach Hause gelaufen, aber sie konnte nebbich nicht. Und ich Meschuggene hab kein Herz gehabt, sie in der Situation allein zu lassen und hab sie zuerst nach Hause gebracht. Und wie ich nach Hause gehen wollte, ist schon ein Lastauto unten auf der Straße gestanden und hat alle, die noch auf der Gasse waren, eingesammelt und zur englischen Polizei gebracht.

Natürlich hab ich Angst gehabt. Ich habe gewusst, es besteht die Möglichkeit, dass ich ein paar Wochen im Gefängnis sitzen muss, und das kostete auch noch Geld. Aber das war ein Glückstag.

Da waren immer Leute, die bei den Fenstern gestanden sind und geschaut haben, und sie haben mir ein Zeichen gegeben, und ich bin stehen geblieben, bis die Luft rein war. Dann haben sie gerufen: 'Lauf' und ich bin gelaufen. Und so bin ich nach Hause gekommen.

Es gab verschiedene solcher Ereignisse. Zum Beispiel ist mein Vater von den Engländern verhaftet worden. Denn in der 'eleganten' Wohnung, in der wir gewohnt haben, war die Toilette im Hof.

Der Hof hat geführt zur Gasse. Da war ein langer, langer Gang; dann musste man in den Hof hinaus, und dort war die Toilette. So eine, wo man hockerln muss. Als mein Vater raus zum Klosett gegangen ist, haben ihn die Engländer geschnappt, und er hat die ganze Nacht auf der Wache verbringen müssen.

Durch die dauernden Ausgangssperren konnte mein Vater nicht zur Arbeit gehen. Wir sind oft tagelang eingesperrt gewesen und haben nicht gewusst, was wir essen sollen. Und es ist uns noch schlechter gegangen als am Anfang.
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Gertrude Kritzer

Meine Eltern waren sehr verwurzelt in Österreich. Sie waren keine Zionisten
und wären nie nach Palästina gegangen.
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Bruno Bittmann

Meine Mutter war zu Haus, erzog die Kinder und kümmerte sich um den Haushalt - das Hausmädchen kochte und putze die Wohnung.

Natürlich führte meine Mutter einen koscheren Haushalt [10], wir feierten jeden Schabbat [11] und Freitag zündete meine Mutter die Kerzen. Sie trug keinen Scheitl, aber jeden Tag in der Früh betete meine Mutter. Die großen Feiertage feierten meine Eltern immer nur mit uns Kindern zusammen. Die weitere Familie war zu weit weg.

Meine Mutter hatte eine besondere Linie zu Gott, sprach mit ihm, und er half ihr. Das bewies sie mir viele Male. Einmal hatte mein Vater einen Blinddarmdurchbruch. Das wurde im Spital nicht rechtzeitig erkannt, und er bekam eine Darmlähmung, an der man sterben kann. Meine Mutter und ich waren im Spital, und ich hatte große Angst um meinen Vater, denn der Arzt kam zu uns und sagte, dass mein Vater sterben müsse, wenn sich die Darmlähmung in ein bis zwei Stunden nicht lege.

Ich war entsetzt über das Verhalten meiner Mutter, denn sie stand, sichtbar teilnahmslos, am Fenster und schaute hinaus. Mein Vater wurde wieder gesund und nach ungefähr sechs Monaten fragte ich meine Mutter wegen ihres für mich unverständlichen Verhaltens im Krankenhaus und sie sagte: 'Ich habe mit Gott gesprochen.' Sie hatte einen fast übermenschlichen Glauben, und der machte sie sehr stark. Zionismus war nur ein Schlagwort für uns. Wir hatten die Sammelbüchse für Keren Kajemed [12] zu Hause, aber mehr war da nicht.
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Hannah Fischer

Sie hat mir den Eindruck vermittelt, dass der israelisch-palästinensischen Konflikt eigentlich von den Engländern angezettelt worden war, denn die Juden hatten lange Zeit mit den Arabern und Christen relativ friedlich zusammen gelebt. Unter der türkischen Herrschaft gab es diese furchtbare Feindschaft nicht. Die Briten verbündeten sich mal mit den Arabern und dann wieder mit den Juden und dadurch kam es zu dieser Aufschaukelung.

Das war die Meinung meiner Mutter und darüber hat sie bereits nach ihrer ersten Palästina-Reise berichtet. Meine Mutter war keine Zionistin, das hätte nicht zu ihrer politischen Weltanschauung gepasst, aber sie hat mit einem Staat der Juden in Palästina sympathisiert.
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Vladimir Baum

Meine Eltern wollten glauben, die Ereignisse würden an ihnen vorüber ziehen. Meine Mutter war Zionistin und Mitglied der WIZO [10]. Meine Eltern hatten sogar ein wenig Land und Aktien in Palästina gekauft. Mein Vater war das Gegenteil meiner Mutter; er war Führungsmitglied der Assimilierten-Fraktion der Gemeinde. Wahrscheinlich wären sie nach Palästina gegangen, wenn nicht mein Bruder und ich so antizionistisch eingestellt gewesen wären.
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Marianne Wallisch

Mein Vater war immer sehr stark antizionistisch eingestellt und wollte nie, dass ich nach Israel fahre. Als meine Söhne geboren wurden hat er sich vehement dafür eingestzt, dass sie getauft werden. Er hat immer gesagt: „Wir leben hier und wollen keine Aussenseiter sein“. Meine Söhne sind sobald sie das selbst entscheiden konnten ausgetretten. Jüdisches Interesse ist beim älteren Thomas kaum da. Der jüngere Stefan fühlt sich da schon eher verbunden.
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Siegfried-Buby Schieber

Als meine Tante Regina aus Transnistrien zurückkehrte, kümmerte sie sich um das kulturelle Leben in Kimpolung und um den jüdischen Kindergarten. Viele der heute noch in Israel lebenden Kimpolunger waren Kinder von meiner Tante Regina. Sie bemühte sich sehr, ein jüdisches Leben wieder herzustellen. Tante Regina schrieb auch Theaterstücke. In vielen Städten in der Umgebung von Kimpolung wurden sie aufgeführt, aber ab 1948 verboten ihr die Kommunisten alle zionistischen Aktivitäten, auch die Theateraufführungen.
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Emilia Ratz

Zionistisch waren wir alle nicht. Ich hörte niemals ein Gespräch über Emigration nach Palästina oder so etwas.
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Iosif Yudelevichus

Now almost every day the proletarian meetings were held in the city. Nationalization of property commenced, but people had not been arrested and exiled in Kaunas yet. Later on at the beginning of 1941 the family of mother’s cousin Shapiro and his family, who lived in Ukrmerg, were exiled. He had a tiny store, which barely brought any income, but still he was considered a capitalist. Father was not afraid of the exile as he was a lawyer, owning no property and being no Zionist, so he was of no danger to the Soviets. Our tenant’s house, where we were living, was sequestrated.
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Jakub Bromberg

So they, my best friends from work, they reported on me, saying that my son was beating up the poor Arabs in Israel, that I was a Zionist, that they didn’t want a Jew – a Zionist to be working with them. I later found out who wrote this. And they didn’t have the right to fire me. I never served time [in jail], I had an excellent opinion, I was a veteran. In order for them to lay me off, the Minister for Veterans’ Affairs would have needed to issue permission. And it would have needed to be some major offence for him [the minister] to do so. And yet, they fired me. And they didn’t explain this decision. They fired me without notice. I wrote to Warsaw that I wanted to know what the reason was. They didn’t write back to me to tell me what the reason was. So I wrote them that the reason was that I was Jewish. The chairman of my housing cooperative asked me why I wasn’t going to Israel. I said I’d go when I wanted to go. They chased me away: ‘No, go now, because you won’t be eating Polish bread here anymore.’ And I answered: ‘Not bread, but rolls, chocolate. I’ll drink vodka and champagne!’ I had some ambition. I showed them I’d leave when I wanted to, not when someone wanted me to.
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Emanuel Elbinger

There wasn’t any of that in Poland at that time. And at that rally there was this guy Zachariasz [Szymon; 1948-1964 member of the Party Inspectorate Central Committee, the executive of the Polish United Workers’ Party in power 1948-1990]. He was a member of the Central Committee, a Jew, and he gave a paper. In Jewish [Yiddish]. And he starts spouting this trash, that he takes it as read that those Jews were murderers and poisoners, that they didn’t treat properly. He spoke very pretty Yiddish, forcefully, and he was always interjecting these Hebrew words: ‘eymen,’ that means ‘amen.’ And he says: ‘We’re not only against those doctors, we’re against Israel [28], because Israel is a figment of Zionism, and that’s capitalism, the bourgeoisie.’ An important man, member of the Central Committee, and he believes in that claptrap! No, I got out of there. Left the hall. I didn’t want to hear that, and I left. That told me everything. I saw that socialism was changing into racism. They tried to get me to join the Party, but I never did.
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