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Janina Duda

Once, this was already in Lublin [in the 1930s], Father was nervous, he had lost his job, there were bankruptcies and he’d sometimes raise his voice at Mother…
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gabor paneth

I was born in 1926. We had a big three-room flat in an elegant neighborhood of Budapest, which we shared with my maternal grandfather until his death in 1939. We had a day servant until the Great Depression when we had to give such things up. My mother didn't work, so we lived on one salary, the salary of an elementary teacher in a state school. Before the Great Depression we had gone on holiday to Austria every summer. We used to spend six weeks at various holiday resorts in Upper Austria. Then, starting in the mid-1930s, when we could no longer afford holidays abroad, we rented a little house in a village near Budapest.
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Apolonia Starzec

The material conditions were good, at least until the crisis [Great Depression] [1].
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Leon Glazer

All in all, Father did very poorly after that. Fewer customers, competition, and then there was a terrible crisis [the economic crisis in Poland 1929-1935: decline in industrial output, mass unemployment, fall in investment, inflation, a crisis in agriculture].

I was born before the crisis, but I remember the crisis. I remember how much money lay about on the floor in the apartment. Small change, it was. There was an exchange of money under Grabski [Wladyslaw Grabski (1874- 1938): politician, twice prime minister of Poland, economist. Widely known as the author of the 1924 currency reform]. At that time there was a terrible drop in the standard of living. At least for the poor people, and we didn't have any riches. Father kept us with the work of his hands.

And so that was why there was that poverty.
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Erika Rosenkranz

Onkel Leopold war Angestellter, aber was er arbeitete, weiß ich nicht. Er war der Ärmste der Familie. Es waren damals schwere Zeiten [ [Anm: Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1937], aber die Familie Roth hat zusammen gehalten.
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Feliks Nieznanowski

Before the Great Depression, I guess, my parents must have had some money because they paid for my sister’s and brother’s education. But then they became impoverished. I experienced the misery period, but when my sister and brother were studying, there had to be funds for that. There was a tradition in Jewish homes that first of all you had to educate your children. It needs to be said there were such ambitions but then there came impoverishment, stratification, Jewish families became numerous, with nothing to live on. I remember Jewish poverty very well – when you walked those streets [in the Jewish quarter], with no sewerage, everything flowing down the gutters. Crowds of children in the courtyards.
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Eva Köckeis-Stangl

Wissenschaft so nebenher zu betreiben ist ja ziemlich unmöglich, und so hat er aber versucht, sein Leben auszufüllen mit Interesse für künstlerische Sachen, für kulturelle Dinge, und auch so, als Mäzen tätig zu sein. Und in der Zeit, an die ich mich schon erinnern kann, also Ende der Zwanzigerjahre, war das „diesen Künstlern unter die Arme greifen“ auch wahnsinnig notwendig, weil es war eine wirtschaftlich eher sehr schlechte Zeit, war die große Wirtschaftskrise in Österreich, eine große Arbeitslosigkeit. Und da hat es zum Beispiel mehrere Maler gegeben, besonders der Herbert Böckl, dem er versucht hat, immer wieder zu helfen, mit Geld. Und das Helfen hat damals noch eine sehr traditionelle Form gehabt, nämlich dass man die Leute zum Essen, also zum Mittagessen oder zum Nachtmahl, einlädt. Für mich hat das eine große Bedeutung gehabt, was da sehr oft beim Essen über interessante, gescheite Sachen geredet worden ist, und ich hab diese Besuche oft sehr bewundert, mit denen Otto – so ist mir vorgekommen – auch fachlich sehr versiert geredet hat.
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1921 hat er schließlich an seinem Geburtstag Lilly Livia Gunszt, eine ganz besonders schöne, und wesentlich jüngere Frau geheiratet. Lilly war aus einer eher armen Familie mit vielen Geschwistern, die alle zusammen von Budapest nach Wien gezogen waren, als sie noch ein Kind war. Lilly war eine sehr schöne, sehr liebe übrigens, und sanfte Frau. Dass sie sehr schön war, war – glaub ich – für Otto sehr wichtig.
Sie haben zuerst in einer Wohnung in Hietzing gewohnt und dann aber hat Otto ein Haus gekauft in der Oberen Donaustraße, also im 2. Bezirk – und der zweite Bezirk war DIE jüdische Gegend. Und dort war eben auch die Fabrik. Aber andererseits doch am Rand vom 2. Bezirk, mit einem wunderschönen Blick über den Donaukanal bis zum Kahlenberg und Leopoldsberg. Und es war wieder ein Haus, indem der erste Stock, die repräsentativste Wohnung, eine große, prächtige Wohnung, unsere war, die der Brills. Otto hat sich intensiv um deren Einrichtung angenommen, alles musste nach seinen Anweisungen geschehen. Den Kleinkram, natürlich, den hat er dann Lilly überlassen. Sie hat ihm übrigens immer nachgegeben, was mich als Kind sehr geärgert hat. Es gab Dienstpersonal, ein Stubenmädchen dazu, meistens, glaub ich. Und für die Kinder ein „Fräulein“, solang‘ wir Kinder kleiner waren. Wir lernten Sprachen, Reiten, Tanzen usw. usw.

Ich bin also am 1.8.1922 als erstes von drei Kindern geboren. Nach mir kam Agi, dann Hansi. Zu der Zeit hatte Otto seine Naturwissenschaftler-Karriere zugunsten der Übernahme der Fabrik seines Vaters (nach dessen Tod) aufgegeben. Und das war, glaub ich, für Otto eine arge Unterbrechung und das Ende von dem, was er eigentlich hätte tun wollen… aber es ist ihm nix anderes übriggeblieben.
Er hat also diesen Betrieb geführt und dann hat es noch eine Menge damit verbundene Dinge gegeben, für die er zuständig war und die hat er abwickeln müssen. So erinner‘ ich mich zum Beispiel, dass es mehrere Mietshäuser gegeben hat und dann so ein großes Bürohaus, den Industriepalast, die also ihm plus Familie gehört haben, und um die er sich hat kümmern müssen, aber er hat halt versucht, daneben auch noch Zeit zu finden für die Dinge, die er geschätzt hat.
Wissenschaft so nebenher zu betreiben ist ja ziemlich unmöglich, und so hat er aber versucht, sein Leben auszufüllen mit Interesse für künstlerische Sachen, für kulturelle Dinge, und auch so, als Mäzen tätig zu sein. Und in der Zeit, an die ich mich schon erinnern kann, also Ende der Zwanzigerjahre, war das „diesen Künstlern unter die Arme greifen“ auch wahnsinnig notwendig, weil es war eine wirtschaftlich eher sehr schlechte Zeit, war die große Wirtschaftskrise in Österreich, eine große Arbeitslosigkeit. Und da hat es zum Beispiel mehrere Maler gegeben, besonders der Herbert Böckl, dem er versucht hat, immer wieder zu helfen, mit Geld. Und das Helfen hat damals noch eine sehr traditionelle Form gehabt, nämlich dass man die Leute zum Essen, also zum Mittagessen oder zum Nachtmahl, einlädt. Für mich hat das eine große Bedeutung gehabt, was da sehr oft beim Essen über interessante, gescheite Sachen geredet worden ist, und ich hab diese Besuche oft sehr bewundert, mit denen Otto – so ist mir vorgekommen – auch fachlich sehr versiert geredet hat.
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Edith Landesmann

Im Jahre 1932 war in ganz Europa eine große Wirtschaftskrise. Viele Menschen wurden arbeitslos, und es herrschte große Not und Armut. G’tt sei Dank war unsere Familie nicht davon betroffen. Meine Mutter hatte jedoch Angst, das Gehalt meines Vaters könnte gekürzt werden, außerdem wollte sie wahrscheinlich nicht mehr nur im Haushalt tätig sein. Deswegen wollte sie ein Geschäft kaufen. Ich hoffte, sie würde ein Papierwarengeschäft kaufen, das hätte mir gefallen. Doch sie entschloss sich für ein exquisites Damenstoffgeschäft im Zentrum der Stadt.
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Im Jahre 1932 war in ganz Europa eine große Wirtschaftskrise. Viele Menschen wurden arbeitslos, und es herrschte große Not und Armut. G’tt sei Dank war unsere Familie nicht davon betroffen. Meine Mutter hatte jedoch Angst, das Gehalt meines Vaters könnte gekürzt werden, außerdem wollte sie wahrscheinlich nicht mehr nur im Haushalt tätig sein. Deswegen wollte sie ein Geschäft kaufen. Ich hoffte, sie würde ein Papierwarengeschäft kaufen, das hätte mir gefallen. Doch sie entschloss sich für ein exquisites Damenstoffgeschäft im Zentrum der Stadt.
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Jozef Hen

In 1934 Father sold the villa, losing a lot of money. It was a time when, because of the great depression, he wanted to emigrate.
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Friedrich Seliger

Ich wurde am 26. Januar 1921 in Wien geboren. Wir haben in Ottakring [Anm.: 16. Bezirk], Grundsteingasse 52, gewohnt. Wenn meine Mutter mit mir im Kinderwagen ging, hing eine Schwester von ihr, sie war drei Jahre alt, an der einen Seite ihres Kleides, die andere Schwester, die sechs Jahre alt war, hing an der anderen Seite, und der Onkel, der 1914 geboren war, ist hinten gegangen, und jeder hat gesagt: ‚So eine junge Frau und so viele Kinder hat sie schon.’

Ich blieb das einzige Kind meiner Eltern. Mein Vater war ein normaler Beamter mit einem kleinen Gehalt, wovon wir aber gut gelebt haben. Er war in der Kultusgemeinde von 1925 bis zu seiner Übersiedlung nach Israel im Jahre 1952 angestellt. Er war im Währinger Tempel, in der Schopenhauergasse 39, zuständig für das Matrikelamt in Währing [18. Bezirk]. Dort war er all die Jahre angestellt. Einige Zeit hatten meine Eltern mal ein kleines Geschäft mit Eiscreme, das haben sie aber wieder aufgegeben.

Meine Mutter hatte die Matura und war sehr gebildet, sie hat auch mehrere Sprachen gesprochen. Es gibt so eine Geschichte: Meine Mutter hat, als ich beschnitten werden sollte, geträumt, sie hätte ihren heißgeliebten Vater auf der Straße getroffen. Sie hat ihn eingeladen, er muss zum Brit Mila [7] kommen. Er hat mit ihr gesprochen, er könne leider nicht kommen, er müsse mit den Toten beten, und er sagte: ‚öffne deine Hand, ich geb dir Geld!’ Und er hat ihr einige Kreuzer, das war noch das alte Geld, in die Hand gezählt. Sie hat ihre Hand geschlossen, und plötzlich ist er verschwunden. Als sie aufwachte, war sie sehr verstört. Meine Großmutter war ein sehr praktischer Mensch, sie hat gesagt: ‚Ah, Meshiggene [Anm.: Meschiggene: jiddisch für Verrückte], was hast du, ein Traum war das, nichts weiter.’ Meine Mutter hat die Kreuzer für einen Lotterieschein genommen – und, sie hat gewonnen!

Ich bin in einen Gemeindekindergarten gegangen, denn in Ottakring gab es keinen jüdischen Kindergarten. Damals ist man wirklich in die Nähe in den Kindergarten oder in die Schule gegangen, und nicht sonst wo hin. Heute würde man sagen, na gut, dann fährt man halt in den 2. Bezirk. In die Volksschule ging ich beim Schuhmeierplatz, nahe der Thaliastrasse. Die Hauptschule war in der Grundsteingasse. Meine Lieblingsfächer waren Geographie und Geschichte. Ich war in keiner jüdischen Schule, denn es gab nur ein jüdisches Gymnasium im 2. Bezirk. Ich habe zu meinen Eltern gesagt, jeder will ein Doktor oder ein Advokat werden, ich will das nicht.

Ich kann mich noch gut an die Unruhen im Sommer 1927 [8] in Wien erinnern. Da war ich sechs Jahre alt. Ich war damals in Lainz [Lainz ist Teil des 13. Wiener Gemeindebezirks Hietzing] in einem Sommerferien-Kindergarten. Ein Verwandter hat diesen Kindergarten geleitet, deshalb durfte ich daran teilnehmen. Man hat uns von dort in Lastautos nach Hause gebracht, denn in den Straßen wurde geschossen. Der Justizpalast hat gebrannt.

Ich bin aufgewachsen in einem Haus mit 18 Parteien, 17 christliche Parteien, und wir waren die einzige jüdische Partei. Ich habe keine schlechten Erinnerungen an die Leute im Haus. Ich bin dort mit den Kindern aufgewachsen, wir haben zusammen gespielt, und wir gingen in dieselbe Schule. Auch meine Mutter hat sich sehr gut verstanden mit den Parteien. Oft waren alle Nachbarn mit meiner Mutter zusammen und haben Karten gespielt, da sah man nicht, das ist eine jüdische Frau und das sind christliche Menschen. So eng waren sie miteinander verbunden. Meine Mutter war sehr temperamentvoll, und sie hat sogar mit ihren christlichen Freundinnen Fasching gefeiert. Es hat sie auch nicht gestört, wenn sie die einzige Jüdin dort war. Zu Pessach [9] ist immer die beste Freundin meiner Mutter bei uns gesessen, das war die Mizzi Schöberl. Sie war keine Jüdin, ihr Vater war der Hausmeister.

Auch die Geschwister meiner Mutter sind oft zu uns gekommen. Meine Tante hatte eine schöne Stimme. Und wenn sie aus ‚Tosca’ gesungen hat, bin ich unter den Tisch gekrochen und habe geweint. Das hat man mir erzählt. Meine Mutter liebte Musik, mein Vater nicht so sehr. Mein Vater war ein sehr ruhiger und anständiger Mensch. Er war fromm, aber kein Fanatiker. Deshalb war er sehr beliebt. Er war nie extrem, immer sehr tolerant. Er hat mit allen Leuten gut gelebt. Unser Haus war immer voller Leute. Er hat meine Mutter nicht gestört. Mein Vater hat sich nie eingemischt. Alles war gut so.

Bei uns zu Hause wurde natürlich kein Weihnachten gefeiert, aber ich wurde immer eingeladen zum Weihnachtsbaum, zu den Geschenken, und in der Nacht bin ich immer mit zur Messe gegangen. Meinen Vater hat das nicht gestört. Wir hatten einen jüdischen Freund in der Familie, der war nur mit nichtjüdischen Mädchen zusammen, und die waren hochanständige Menschen. Mein Onkel hat auch eine Christin geheiratet, die zum Judentum übergetreten ist.

Als Kind in Polen hat mein Vater in einem Cheder [10] gelernt. Er hat alles gekonnt und verstanden. Er hat mich aber zu nichts gezwungen. Ich weiß nicht, warum er so tolerant war. Vielleicht, weil meine Mutter so war. Während der Schulzeit hatten wir jüdischen Kinder nachmittags zwei Mal in der Woche Religionsunterricht. Wenn die christlichen Kinder Religionsunterricht bei einem Pfarrer hatten, sind wir rausgegangen aus der Klasse, denn wir waren vom christlichen Religionsunterricht befreit, und dann sind wir in eine andere Schule gegangen. Dort hatten wir den jüdischen Religionsunterricht. Das war offiziell von der Regierung genehmigt.

Jüdische Geschichte haben wir gelernt und die Buchstaben zum Beten. Ich habe immer gern gelesen, aber wir haben nicht gewusst, was wir beten. Für mich war das so wie lateinisch oder spanisch. Ich konnte es lesen, aber ich hatte keine Ahnung, was es bedeutet. Die Israelis heute wissen genau was geschrieben steht, aber früher haben das die Leute nicht gewusst. Man hat das automatisch runter geleiert. Das hat mich gestört, dadurch hat mich die Religion nicht so interessiert.

Ich habe jeden morgen Tefillin [11] gelegt, jeden Tag in der Früh, solange ich zu Hause war. Nach der Bar Mitzwa [12] habe ich gebetet. Vorher braucht man nicht zu beten, nachher ist man dazu verpflichtet. Solange ich noch in Wien war, habe ich gebetet. Das war für mich selbstverständlich. Wir sind auch am Schabbat nicht gefahren, wir sind nur zu Fuß gegangen. In der Schule habe ich am Schabbat nicht geschrieben, ich war befreit davon. Das wurde akzeptiert. Aber das war so eine blöde Sache. Wir waren vier jüdische Burschen in der Schule. Zwei haben geschrieben, zwei, das waren die nichtreligiösen, haben nicht geschrieben. Und der Lehrer hat gefragt, wie ist das möglich? Zwei ja, und zwei nein?

Zu Hause war ein sehr religiöses Leben. Meine Eltern und ich sind regelmäßig in den Hubertempel in der Hubergasse 8 gegangen. Ich habe als Kind acht Jahre im Tempel im Chor gesungen. Im Bezirk meines Vaters waren viele arme Leute. Er hat von den Reichen Geld genommen, um den Armen etwas zu kaufen, zu Pessach Kartoffeln, Matza [13] usw. Er wollte die armen Leute nicht beschämen, niemand sollte wissen, dass sie Geschenke bekommen. Er hat die Säcke allein in die Wohnungen geschleppt. Meine Mutter und ich haben das nicht gewusst, nachher hat eine Frau meiner Mutter davon erzählt. Mein Vater hat uns nie solche Sachen erzählt. In Wien waren damals viele Leute arbeitslos. Uns vis a vis gab es ein Arbeitslosenamt. Auch Arbeitslose haben uns besucht.
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Herbert Wolfgang Reisner

Das Geschäft ging dann zur Zeit der Rezession in Österreich nicht mehr sehr gut.
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Julian Gringras

My brother-in-law [Chaskiel Majtek], who I talked to just very recently [on the telephone], mentioned that Father was verging on bankruptcy, that he was terribly in debt just before the war. That may have been sometime around 1930, 1932, 1931 [when the factory was built].
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Ludwik Krasucki

Mom gave private music lessons, but when the Depression came, she had few lessons.
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