Anton Fischer mit seiner Mutter Rene Fischer und Dezsö, einem unbekannten Mann

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  • Foto aufgenommen in:
    Budapest
    Jahr:
    1944
    Ländername:
    Ungarn
    Name des Landes heute:
    Ungarn

Das ist das Passfoto, dass sich in einem gekauften bulgarischen Pass befand, den wir 1944 für die Flucht aus Budapest nach Palästina bekommen hatten.

Meine Mutter und ich bezahlten die Flucht für fünf Menschen mit Smaragden, Saphiren, Rubinen und ein paar größere Brillanten, die ich aus dem Safe unserers Geschäftes in Budapest, dass bereits nicht mehr uns gehörte, in der Nacht holte.

Wieviel das alles Wert war weiß ich nicht. Mit diesem Betrag bezahlte ich die Flucht meiner Mutter, einem mir unbekannten Mann, ich weiß nur, er hieß Dezsö, Miki Gottesmannes, seiner Braut und mir.

Ein gewisser Ivo Dawidowitsch war der Verbindungsmann von Miki Gottesmann zu der Hilfsorganisation. Ich weiß nicht, ob sie legal geschickt wurden, oder auf eigene Faust arbeiteten, aber ich vermute, es war beides.

Mit den bulgarischen Pässen war es möglich, in einen Schlafwagen zu steigen und mit Hilfe der bestochenen Schlafwagenkondukteure in der Nacht die Grenze nach Rumänien zu passieren.

Die bulgarischen Pässe wurden mit unseren Fotos versehen. Dieser uns unbekannte Mann, meine Mutter und ich bekamen einen Pass mit einem Foto auf dem wir alle drei zu sehen waren.

Er wurde als mein Vater ausgegeben und ich als der Sohn. Ich glaube, der Mann hatte nichts bezahlt, aber uns versprochen, da er im Ausland sehr viel Geld habe, nach der Flucht, uns das Geld zurückzugeben.

Die Braut von Miki Gottesmann hatte ihren eigenen Pass und wurde als meine Schwester ausgegeben. So fuhren wir als Familie mit zwei erwachsenen Kindern los.

In Bukarest half uns die jüdische Gemeinde und wir wurden auf die Passagierliste des Schiffes ‘Mefkure’ gesetzt. Mein angeblicher Vater fuhr mit der ersten Gruppe von Bukarest nach Constanza und meine Mutter und ich fuhren etwas später.

Da die ‘Mefkure’ bereits völlig überfüllt war, mußten meine Mutter und ich auf die Bulbul. Die ‘Mefkure’ wurde in der Nacht nach dem Auslaufen von einem deutschen Torpedoboot zerstört und es konnten nur fünf Menschen gerettet werden. Dezsö war nicht darunter.

Interview details

Interviewte(r): Anton Fischer
Interviewt von:
Tanja Eckstein
Monat des Interviews:
Februar
Jahr des Interviews:
2004
Wien, Österreich

HAUPTPERSON

Anton Fischer
Geburtsjahr:
1920
Jahrzehnt der Geburt:
1920
Geburtsort:
Budapest
Geburtsland:
Österreich-Ungarn 1918-1938
Todesjahr:
2014
Beruf
nach dem 2. Weltkrieg:
Geschäftsmann, Einzelhändler

Andere Person

Rene Fischer
Geburtsjahr:
1893
Jahrzehnt der Geburt:
1890
Geburtsort:
Paks
Geburtsland:
Österreich-Ungarn vor 1918
Todesjahr:
1970
Todesort:
Budapest
Sterbeort (Land):
Ungarn
Gestorben:
after WW II
Beruf
Vor dem 2. Weltkrieg:
Geschäftsmann, Einzelhändler
nach dem 2. Weltkrieg:
Geschäftsmann, Einzelhändler
  • Vorheriger Familienname: 
    Wertheim
    Grund der Namensänderung: 
    Heirat
    Decade of changing: 
    1910

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