Erna Goldmann im Winterlager

Das bin ich mit meinen Freundinnen und Freunden der Jugendorganisation im Winterlager.

Dort gibt es eine Jugendherberge am Fuße der Milsenburg. Wir sind gewandert und hatten viel Spass miteinander.

Ich war in der zionistischen Jugendbewegung Blau-Weiss.

Diese Jugendbewegung war einer der zionistischen Bünde, und damals sehr bekannt.

Wir sind nicht in ein Café gegangen, wir sind nicht Essen gegangen, das haben wir nicht gemacht.

Wir sind gewandert und haben gesungen und viel über Israel gesprochen.

Maximilian Gluskin mit seiner Ehefrau Helena

Das bin ich mit meiner Frau Helena.

Ich habe meine zweite Frau Helena, geborene Szerman, ein paar Tage nach dem Krieg in Bielawa [Polen], bei Breslau, kennen gelernt.

Sie war Jüdin, 1914 in Russland geboren, und sie war so arm, das kann man sich nicht vorstellen. Sie hatte eine Tochter Kristina, die war drei Jahre alt.

Sie lebten während des Krieges in einem Dorf. Sie konnte gut sticken und hat für die Bauern ein Jahr Stickereien gemacht.

Maximilian Gluskin mit seiner Tochter

Mein Name ist Maximilian Gluskin. Ich wurde vor einhundert Jahren, am
7. Februar 1903, in Brody, in Galizien geboren.

Ich habe eine Schneiderlehre in Brody [heute Ukraine] gemacht und hatte vor dem Krieg eine Frau und einen Sohn. Meine Frau und mein Sohn wurden von den Deutschen ermordet.

Ich war in einem Arbeitslager in Lemberg [heute Ukraine], bin von dort geflohen und habe mich, bis die Rote Armee kam, versteckt.

Dann habe ich mit meiner zweiten Frau bis 1957 in Polen gelebt, seit dieser Zeit lebe ich in Wien.

Maximilian Gluskin

Wien, Österreich

Maximilian Gluskin
Wien
Österreich
Datum des Interviews: Februar 2003
Name des Interviewers: Tanja Eckstein

Am 7. Februar 2003 las ich im Kurier einen kurzen Artikel über Herrn Gluskin, der folgendermaßen beginnt: Im Döblinger Seniorenheim ‚Maimonideszentrum’ ist der Schneider Maximilian Gluskin aus mehreren Gründen beliebt:

Stadt: 
Wien

Hannah Fischer und ihre Mutter Luise Fischer

Das ist meine Mutter mit mir, kurze Zeit nach meiner Geburt. Mein Zwillingsbruder Rafael fehlt auf dem Foto.

Meine Mutter war eine kleine, an sich zierlich gebaute, aber doch starke Frau. Sie hatte neun Monate zwei Kinder in ihrem Bauch, die beide bei der Geburt normal gewichtig waren.

Das war eine Sensation! Wir kamen durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. Mein Bruder wog dreieinhalb und ich dreieinviertel Kilo. Normalgewichtige Zwillinge zur Welt bringen ist noch heute sehr selten.

Hannah Fischer und ihr Zwillinsbruder Rafael Erwin mit den jüdischen Kinderfreunden

Auf dem Foto sind mein Bruder und ich im Jahre 1930 in ‘unserem Garten’ inmitten einer Gruppe der ‘Jüdischen Kinderfreunde’.

Unserer Wohnung gegenüber gab es ein ganz großes Grundstück der Israelitischen Kultusgemeinde, das mein Vater verwaltete.

Auf dem Grundstück stand ein ziemlich altes Haus und dazu gehörte ein Garten. Da mussten wir von klein auf Unkraut jäten.

Das gefiel uns weniger, aber wir hatten dort eine riesige Wiese mit einem kleinen Abhang und Bäume zum Klettern - es war ein Paradies.

Hannah Fischer an ihrem 12. Geburtstag

Das ist ein Foto, das anläßlich meines 12. Geburtstages aufgenommen wurde. Zu dieser Zeit ging ich in Wien auf das jüdische Chajes-Gymnasium.

Nach der Volksschule, im Jahre 1935, machten wir am Schuhmeierplatz, im 16. Bezirk, die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium.

Damals musste man eine Aufnahmeprüfung machen. Ich bestand die Prüfung mit ‚sehr gut’ und mein Bruder bestand die Prüfung nicht. Aber auch ich wurde wegen angeblichen Platzmangels abgewiesen.

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