Sophie Hirn

Wien, Österreich

Sophie Hirn
Wien
Österreich
Interviewer: Tanja Eckstein
Datum des Interviews: Februar 2003

Frau Dr. med. Sophie Hirn ist eine kleine, zarte Frau, die anfänglich etwas mißtrauisch mir gegenüber ist, aber nachdem ich sie davon überzeugt habe, dass ich keine Trickbetrügerin bin, sehr engagiert ihre Lebensgeschichte erzählt.

Sie erkundigt sich nach dem Interview bei ihren in England und den USA über Familienzusammenhänge, und wir stehen, solange ich an dem Interview arbeite, in engem telefonischen und E-Mail Kontakt.

Country: 
City: 
Wien

Max Uri und seine Zwillingsschwestern Edith Herzlinger und Cäcilie Lauber

Das bin ich mit meinen Zwillingsschwestern Edith Herzlinger und Cäcilie oder Cilli Lauber, beide geborene Uri, im Jahre 1925 in Wien.

Meine Schwestern und ich stritten oft miteinander.

Sie besuchten das Mädchengymnasium im 2. Bezirk, in der Novaragasse.

Auf dem Gymnasium lernten sie ein jüdisches Mädchen kennen, das hieß Nussbaum und war sehr links eingestellt.

Dieses Mädchen, glaube ich, hat meine Schwestern stark beeinflusst.

Kitty Schrott in Wien vor der Flucht nach Palästina

Das bin ich 1938 in Wien.

Im Jahre 1938, nachdem die Deutschen in Österreich einmarschiert waren, mussten wir aus Laa nach Wien ziehen; alle Juden aus den Bundesländern wurden in Wien versammelt.

Zuerst wohnten wir, meine Großeltern väterlicherseits, meine Großmutter mütterlicherseits und meine Onkeln Ernst und Alexander im 2. Bezirk in der Praterstrasse, ganz in der Nähe des Durchgangs zur Czerningasse.

Die Wohnung war groß und komfortabel. Da sie zu teuer war, zogen wir dann alle in eine kleinere, billigere Wohnung in die Czerningasse.

Kitty Schrott in Laa/Thaya

Das bin ich in Laa/Thaya, wo ich bis zu meinem vierten Lebensjahr glücklich gelebt habe.

Ich wurde am 23. Dezember 1934 als einziges Kind meiner Eltern in Wien, im Rudolfinerhaus, geboren.

Meinen jüdischen Namen Mindl erhielt ich nach dem Namen meiner Urgroßmutter Hermine Hauser.

Die ersten vier Jahre meines Lebens, verbrachte ich im Kreise meiner väterlichen Familie.

Ich heiße Kitty, weil mein Vater einmal eine Freundin hatte, die Tänzerin war und Kitty hieß. Mein Vater liebte Tänzerinnen.

Kitty Schrott und ihre Mutter Etel Drill

Das bin ich als Baby mit meiner Mutter Etel Drill, die mich auf dem Arm hält.

Meine Eltern haben 1934 geheiratet. Nach der Heirat zog meine Mutter aus Wien zu meinem Vater und seiner Familie nach Laa.

Wahrscheinlich wurde ich im Hotel ‚Panhans' gezeugt, denn die Hochzeit war im Februar und die Hochzeitsreise ging zum Semmering, ins Hotel ‚Panhans'.

Ich wurde am 23. Dezember 1934 als einziges Kind meiner Eltern in Wien, im Rudolfinerhaus, geboren, denn in Laa wurde nicht entbunden.

Hochzeitsfoto von Etel und Karl Drill

Das sind meine Eltern Karl und Etel Drill, geborene Wollmann, auf ihrer Hochzeit.

Meine Eltern wurden in Wien einander vorgestellt. Mein Onkel Alexander kannte jemanden, der meinen Vater kannte, und so trafen sie einander.

Da der Vater meiner Mutter 1918 an der Spanischen Grippe gestorben war, führte mein Onkel die ‚Verhandlungen' - es ging unter anderem auch um die Mitgift.

Meine Eltern heirateten am 11. Februar 1934 in Wien im Hietzinger Tempel in der Eitelbergergasse.

Meine Mutter zog nach der Hochzeit zur Familie meines Vaters nach Laa/Thaya.

Moses Luster mit Mitarbeitern der Kultusgemeinde

Das ist mein Vater mit einigen Leuten, mit denen er gemeinsam in der Kultusgemeinde zusammen gearbeitet hat.

Auf dem Foto erkenne ich auch den Dr. Hilft. Er ist der zweite von rechts oben.

Er war ein sehr bekannter Mann, ich glaube, er hatte nach dem Krieg in der Nationalbank einen guten Posten. Auch er war im Ghetto Theresienstadt.

Nachdem mein Vater seine Arbeit als Vertreter verloren hatte, bekam er zum Glück einen Posten als Ordner bei der Fürsorge in der Kultusgemeinde.

Leo Luster in der Volksschule

Das bin ich in der Schule in der Malzgasse 16.

Ich bin die ersten vier Klassen in die Talmud Thora- Schule in der Malzgasse 16 gegangen.

Das ist eine sehr fromme Schule, die existiert heute noch.

Vor zwei Jahren habe ich mit ein paar ehemaligen Freunden aus Wien einen Film in Wien gemacht.

Da war ich das erste Mal seit 1938 wieder in der Schule in der Malzgasse.

Während des Krieges war in dem Haus ein Spital, jetzt ist dort wieder eine Schule.

Ich habe zu weinen begonnen, wie ich das gesehen habe, an alles habe ich mich erinnert.

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