Elisabeth Horsky

Wien, Österreich

Elisabeth Horsky 
Stadt: Wien 

Land: Österreich
Name des Interviewers: Arthur Schnarch und Tanja Eckstein
Datum des Interviews: Januar 2002, Dezember 2007, Januar 2008

Elisabeth Horsky hat sich nach reichlichem Überlegen entschlossen, für unser Projekt ihre Lebensgeschichte zu erzählen.

Sie empfängt mich sehr herzlich in ihrer Wiener Wohnung.

Es fällt ihr nicht leicht, denn ihre behütete Kindheit und Jugend endet schlagartig 1938.

Country: 
City: 
Wien

Sophie Hirn und ihre Mutter Clara Engler nach dem Tod des Vaters Dr. Richard Engler

Das war ein Abschiedsfoto im Februar 1939.

Meine Mutter ist in Trauer, mein Vater Dr. Richard Engler war am 6. Februar 1939 im Alter von 48 Jahren an den Folgen der KZ-Aufenthalte gestorben.

Meine Mutter hatte es geschafft, mich auf einem Kindertransport nach Großbritannien unterzubringen.

Die Trennung von meiner Mutter war ganz schrecklich.

Ich besitze die Briefe noch, die ich damals geschrieben habe, das war ganz furchtbar!

Sophie Hirn mit ihrer Familie

Das ist ein kleines Familientreffen bei meiner Tochter Beate, die am Wilhelminenberg ein Haus und einen Garten besitzt.

Meine Cousine Susi Eisenberg, ihre Mutter Grete Frischman, geborene Engler, war die Schwester meines Vaters, und ihr Ehemann Walter Eisenberg besuchten uns in Wien.

Susi und ihre Mutter überlebten den Holocaust in England. Sie leben in England und haben einen Sohn.

Links auf dem Foto ist meine älteste Tochter Beate mit ihrem Mann und den Kinder Katharina und Marianne.

Feier zu Sophie Hirns achtem Geburtstag 1937 in Kaltenleutgeben

1937 feierte ich meinen achten Geburtstag in Kaltenleutgeben.

Niemand wußte, dass dieser Geburtstag der letzte sein würde, den wir alle gemeinsam feiern durften.

Auf der Terrasse in unserem Garten wurde ein Kasperltheater aufgeführt.

Wir hatten einige Kinder eingeladen und mein Cousin Leopold war da.

Die Kinder aus dem Ort stellten sich alle um den Zaun und schauten auch zu.

Als mein Vater das sah, hat er sofort das Tor aufgemacht und alle Kinder hineingelassen.

Clara Engler als Kind in Wien

Das ist meine Mutter Clara.

Sie wurde am 13. April 1900 in Wien geboren. Ihr Vater war der Zuckerbäcker Paul Winternitz und ihre Mutter hieß Irene.

Sie lebten im eigenen Haus in der Wallensteinstraße, im 20. Wiener Gemeindebezirk.

Wenn meine Mutter als Kind aus dem Fenster sah, konnte sie den Stephansdom sehen, weil ringsherum nur kleine Häuschen und Gärten waren.

Im Hof gab es einen Stall mit Pferden und Wagen, wahrscheinlich um Zuckerbäckereien zu auszuliefern, denn mein Großvater war Zuckerbäcker.

Sophie Hirn

Ich habe viel gestrickt und gehäkelt.

Ich habe sehr früh mit dem Stricken begonnen, vielleicht, weil ich so viele Tanten hatte, die es mir beigebracht haben.

Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit.

In den Jahren, in denen ich in Wien in die Schule ging, das war von 1935 bis 1939, verlebten wir die Sommermonate in Kaltenleutgeben, wo meine Familie zwei Häuser besaß.

Richard Engler und seine Frau Clara Winternitz auf einem Ausflug mit Helene und Lilli Goldberger

Ich glaube, auf dem Foto sind meine Eltern noch nicht verheiratet, es wird ungefähr im Jahre 1920 aufgenommen worden sein.

Mein Vater, Dr. Richard Engler, sitzt zwischen meiner Mutter Clara und seiner zukünftigen Schwägerin Helene während eines Ausflugs im Wienerwald.

Meinen Vater ermordeten die Nazis, meine Tante Helene emigrierte in die USA, und meine Mutter konnte sich gerade noch kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges nach Schottland retten.

Sophie Engler und ihr Cousin Leopold Engler

Das bin ich mit meinem Cousin Leopold Engler. Wir waren im selben Alter und sehr eng befreundet.

Wir haben viel miteinander gespielt, und seine Eltern Hans und Hulda Engler waren oft bei uns zu Besuch.

Onkel Hans war der Bruder meines Vaters. Die Familien Winternitz und Engler waren überhaupt stark miteinander verbunden.

Leopolds Eltern konnten im letzten Moment nach China entkommen. Leopold überlebte bei seiner Tante in England.

Paul und Irene Winternitz

Das sind meine Großeltern Paul und Irene Winternitz.

Sie lebten in Wien in der Wallensteinstraße, in dem Haus, das der Vater meines Großvaters Ludwig Winternitz hatte bauen lassen.

Meine Großeltern hatten zwei Töchter, meine Tante Irene und meine Mutter Clara.

Von Beruf war der Großvater Zuckerbäcker. Er besaß eine Zuckerbäckerei, die war teils im Haus, teils im Hof.

Im Hof gab es auch einen Stall mit Pferden und Wagen, wahrscheinlich, um die Zuckerbäckereien auszuliefern.

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